Industrie 4.0 - Fluch oder Segen?
Wirtschaftsdialog | 29. September 2014

Die Industriewende 4.0 eröffnet Chancen für Unternehmen und verändert neben den bisherigen Produktionsprozessen vor allem die Anforderungen an deren Mitarbeitern. Industrie 4.0 verspricht die Optimierung der Wirtschaftswelt und mehr Fokus auf Kundenanforderungen.

Die digitalen Daten - denn um die geht es bei Industrie 4.0 - ermöglichen den Unternehmen zielgenaue Angebote und eine perfekt auf die künftige Nachfrage abgestimmte Produktion. Eine Entwicklung weg von Lagerproduktion und hin zu einer Fokussierung auf Production-on-demand. Unumgänglich ist dafür eine Flexibilität innerhalb der Unternehmen, wie es sie bisher nicht gab. Nur so ist eine schnelle Reaktion auf die Bedürfnisse der Kunden möglich. Die Industrie 4.0 fordert eine neue Form der Einsatzflexibilität, die als Faktor für langwirkenden Erfolg fungiert.

Es entsteht eine Welt, in der das Physische und das Virtuelle verschmelzen. Geschaffen wird eine neue, vernetzte und sich selbst steuernde Produktion und Logistik. Das Zukunftsbild Industrie 4.0 des Bundesministeriums stellte fest, dass bereits heute 80 Prozent aller Innovationen in der Produktionstechnologie auf die Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien mit dem Maschinenbau zurückgehen.

Das heißt nicht, dass Menschen als Arbeitskraft ersetzbar sind. Die Arbeit des Menschen bleibt trotz aller technischen Möglichkeiten unverzichtbar. Neue Technologien erfordern interdisziplinäre Entwicklung und hohes Verständnis. Je komplexer also die Technologie, desto höher müssen Mitarbeiter zukünftig qualifiziert sein. Die Industriewende 4.0 kann nur mit entsprechenden Weiterbildungen und Qualifizierungen gelingen.

Corinna Robertz, MIKOMI