Interview mit Frank Weiss
Seminar | 03. Juni 2014

Frank Weiss ist Geschäftsführer bei xio Design in Halle an der Saale. Mit seinem Unternehmen berät er Kunden in den Bereichen Kommunikations- und Produktdesign. Im Interview verrät er, warum Printprodukte auch heute noch ein wichtiges Kommunikationsinstrument sind und wie zugeschnittene Weiterbildungsangebote den Weg zu einer erfolgreichen Kundenansprache erleichtern können.

Herr Weiss, warum ist Medienarbeit gerade für kleine und mittelständische Unternehmen wichtig und was unterscheidet sie im Vergleich zu großen Globalplayern?
In unserer dynamischen Zeit ist effektive und zielgerichtete Kommunikation bares Geld wert. Gute Medienarbeit setzt eine funktionierende Marketingstrategie voraus. Hier kommt es nicht auf die Masse, sondern auf Klasse an.

Die Kommunikationsmechanismen großer Globalplayer sind ähnlich derer, die kleine Unternehmen für regionale Märkte anwenden können – nur eben zielgerichteter und fokussierter. Wer nicht kommuniziert, findet beim Verbraucher nicht statt und wird vom Wettbewerber ebenso wenig wahrgenommen.

Qualitative Medienarbeit über die klassischen Kanäle, wie eben auch Print einer ist, bringt Aufmerksamkeit und stärkt das Image einer Marke, einer Dienstleistung oder eines Produktes. Kleine und mittelständische Unternehmen können oft mit regionalem Bezug und regionaler Authentizität ihr Angebot in den Märkten platzieren – umso wichtiger ist es hier, auf eine funktionierende Medienarbeit großen Wert zu legen.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für die kleineren Unternehmen?
In der Regel ist in diesen Unternehmen keine explizite Abteilung oder Planstelle für den Bereich PR/Marketing vorgesehen. Häufig liegen alle Tätigkeiten zu diesem Thema in den Händen der Geschäftsleitung und werden aufgrund des relativen hohen Zeitaufwandes eher sporadisch und aktionistisch realisiert – in der Regel vor Messen oder diversen Veranstaltungen. Selten ist die Medienarbeit auch an die, wenn vorhanden, Marketingstrategie gebunden. In vielen Fällen ist auch nicht bekannt, welche Kommunikationskanäle am Markt existieren, welche Tools welchen Zweck haben und wie man sich ihrer gewinnbringend bedient.

Und wie können diese Hindernisse bewältigt werden?
Grundsätzlich sind hier Weiterbildung und zielgerichtete Informationsangebote für diese Unternehmensgrößen der richtige Ansatz. Idealerweise auf Augenhöhe. Das heißt, dass die bereitgestellten Informationen von Dozenten verständlich, also den Anforderungen und der Realisierbarkeit solcher Maßnahmen angepasst, aufbereitet und vermittelt werden. Den Unternehmen muss ein rezipierbarer Nutzen dargestellt werden, damit solche Intentionen in den Unternehmensstrukturen Einzug halten können und deren Wirkungsweise verstanden wird.

Welche insbesondere Wirkung haben Printprodukte?
Print ist das klassische Medium und hat nach wie vor eine hohe Kommunikationsfunktion – vorausgesetzt die Idee stimmt und das Medium ist mit anderen Kommunikationsmitteln oder -maßnahmen vernetzt. Im B2B-Bereich, also der Beziehung zwischen den Unternehmen, wird vieles inzwischen über das Internet erfragt oder vermittelt, was nicht auch eine Broschüre leisten könnte. Das schließt nicht aus, dass eine gut gemachte und interessant umgesetzte Broschüre nicht eine ideale Ergänzung eines Firmenportfolios im Kundengespräch sein kann.

Auch hier ist die Vorgabe: Nur wer eine besondere Idee oder Konzeption im Rahmen seiner CI/CD-Strategie positioniert landet nicht im Papierkorb. Hier ist Qualität gleich Anspruch, Professionalität und nicht zu letzt auch Image.

Herr Weiss, vielen Dank für das Gespräch.