"Das Kleeblatt ist voll."
Wirtschaftsdialog | 01. April 2014

Ein voller Saal, interessierte Teilnehmer und Referenten aus allen politischen Ebenen: Zu Gast waren unter anderem der Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Hartmut Fiedler und Hermann Winkler, Mitglied des europäischen Parlaments. Der 4.Mittelsächsische Wirtschaftstag gab tiefe Einblicke in die kommende EU-Förderperiode, lieferte interessante Diskussionen und bot Raum für viele Gespräche zwischen Unternehmern und Politikern. 

Der vierte Wirtschaftstag „machte das Kleeblatt voll“. Mit dieser Metapher begrüßte die Initiatorin des Mittelsächsischen Wirtschaftstages und Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann die rund 180 Gäste in den Räumlichkeiten der Hochschule Mittweida. Die Veranstaltung wurde von MIKOMI und der SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH aus Freiberg organisiert. Politiker aus Landes-, Bundes- und Europaebene wurden eingeladen, um über die neue EU-Förderperiode zu informieren und zu diskutieren. Veronika Bellmann startete mit einer erfreulichen Bilanz: „In den letzten Jahren entwickelte sich der Freistaat durch den effizienten Einsatz der Fördermittel zu Brüssels Musterschüler.“

Staatssekretär Hartmut Fiedler blickte in die Zukunft und plädierte mit der Strategie 2020 für ,,klare Prioritäten bei Investitionen in die Infrastruktur“. Der Freistaat müsse in Zukunft mit Zwei-Dritteln der Mittel im Vergleich zur letzten Förderperiode zurechtkommen. Fiedler betonte, dass auf der Agenda die Zusammenarbeit und Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft stehe. Die Stärkung von Forschung, technischer Entwicklung und Innovation hat im Vergleich zur letzten Förderperiode einen unverändert hohen Stellenwert im Förderprogramm.  Geschehen soll das durch eine engere Kooperation von Unternehmen und Hochschulen. Dies führte bereits in den letzten Jahren zu Erfolgen. „In Mittelsachsen konnten viele kleine Unternehmen ihre Entwicklungen fördern lassen. Viele Innovationen im Mittelstand wurden dadurch erst möglich“, erklärte Dr. Manfred Graetz vom Landkreis Mittelsachsen.

„Die Krise ist noch nicht vorbei, aber wir haben sie unter Kontrolle“

Hermann Winkler, Mitglied des Europäischen Parlaments, übernahm im Namen des EU-Parlamentes Verantwortung für die späte Freigabe der neuen EU-Fördertöpfe – verwies aber in diesem Zusammenhang auf die erreichten Verbesserungen im Vergleich zum ursprünglichen Entwurf: „Wir mussten während der schwersten Krise der europäischen Union andere Prioritäten setzen“, erklärte Winkler. In den letzten Monaten seien europäische Mitgliedsstaaten fast ausgetreten oder schlitterten an den Rand eines Bürgerkrieges. „Die Krise ist noch nicht vorbei, aber wir haben sie unter Kontrolle“, so Winkler weiter, „aber wenn wir diese Probleme nicht lösen, dann unterhalten wir uns in sieben Jahren nicht mehr über EU-Förderrichtlinien.“

Daniel Gellner, Vertreter des sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft, bietet Lösungen für die Lücke der EU-Förderperioden an. „Der Freistaat hat Gelder zur Verfügung gestellt, um wichtigen Projekte für diesen Zeitraum eine Überbrückungshilfe zu bieten.“ Der Freistaat arbeite außerdem intensiv an den neuen Richtlinien. „Sachsen wird eines der ersten Länder sein, die die neuen EU-Fördergelder verwenden und weitergeben können“, so Gellner weiter. In der anschließenden Podiumsdiskussion stellten sich die Referenten den Fragen des Publikums und gingen dabei sehr tief auf viele Details der kommenden EU-Förderperiode ein.

Energiewende und Pfefferkuchen

Vor allem viele kleine Ereignisse am Rande waren das Salz in der Suppe des diesjährigen Wirtschaftstages. So entbrannte eine kurze aber hitzige Debatte über die erneuerbaren Energien, Politiker und Unternehmer hatten die Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen und Oberbürgermeister Matthias Damm nutzte das politische Forum, um in seinem Vortrag für ein Autobahnschild zu werben. Sein Antrag für das Schild „Hochschulstadt Mittweida“ sei bereits abgelehnt worden. Damit gibt sich der Bürgermeister nicht zufrieden. Immerhin seien bereits Namenszusätze für andere Städte wie „Pfefferkuchenstadt“ und „Seidenblumenstadt“ bereits anerkannt.

Positive Resonanz der Gäste

 „Solche Veranstaltungen sind wie eine Handreichung für die Wirtschaft und für die interessierte Öffentlichkeit. Weiter so!“, erklärte ein Unternehmer am Ende des Wirtschaftstages. Allgemein schätzten die Gäste den Einblick in die Möglichkeiten der Fördermittel in Sachsen. Auch der Standort der Hochschule Mittweida als Verknüpfungspunkt für Politik und Wirtschaft wurde gelobt. Der Kanon aller Referenten: Die EU- Förderung der kommenden Periode 2014 – 2020 ist eine große Chance für Sachsen und soll mit einem effizienten Kurs  auch Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung zusammen bringen

Diesem Prinzip hat sich auch MIKOMI verschrieben und schaut hoffnungsvoll in die Zukunft und auf den nächsten Wirtschaftsdialog. Die Fortführung der Fördermöglichkeiten für die berufliche Weiterbildung – das einzelbetriebliche Förderverfahren und die Weiterbildungschecks – ermöglichen den Unternehmen, die Weiterbildungsangebote des MIKOMI weiterhin mit finanzieller Unterstützung der EU nutzen zu können. Die SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH bietet als traditioneller Standortentwickler eine breite Palette von Wirtschaftsdienstleistungen. Neben klassischen Entwicklungsszenarien stehen dabei vor allem auch die vielfältigen Förderansätze der aktuellen EU-Förderoperiode im Fokus der Unternehmensaktivitäten. Die Organisation des Mittelsächsischen Wirtschaftstages im Landkreis Mittelsachsen bildet eine dieser Aktivitäten ab.

Christina Höhnen und Lisa Fritsch (Mitteldeutsche Journalistenschule)