"Von der Idee über das Projekt zum Produkt. Praktikable FuE Unterstützung“
Wirtschaftsdialog | 22. Mai 2014

Der MIKOMI Wirtschaftsdialog „Von der Idee über das Projekt zum Produkt. Praktikable FuE Unterstützung“ bot Unternehmern die Plattform für einen praxisbezogenen Wissensaustausch. Im Mittelpunkt stand die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft bei FuE Projekten und die Nutzung aktueller Förderinstrumente.

„Es macht richtig Spaß, im Sinne dass der Spaß im wirtschaftlichen Nutzen endet“ resümiert ein Teilnehmer, der sich am Ende des Dialoges kurz erhebt und seine Erfahrungen mit dem Aufbau von Kompetenznetzwerken mit den Anwesenden teilt. Dr. Kerstin Loth von der UV Sachsen Projektentwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH hat gerade ihren Vortrag über den Zusammenschluss von Kompetenzpartnern zur gemeinsamen innovativen Forschung beendet. Auch sie rät den Teilnehmern, sich eingehend mit FuE Förderung und speziell der Netzwerkbildung auseinander zu setzten.  „Partner, die sonst nie zusammengekommen wären, entwickeln gemeinsam zukünftige Produkte. Es ist eine Rechnung, die aufgeht.“

Mehr Potential vorhanden, als genutzt wird

Je mehr ein Unternehmen forscht und entwickelt, umso stärker ist seine Wettbewerbsfähigkeit und desto geringer ist seine Krisenanfälligkeit. Trotzdem verfügen die kleinen und mittelständischen Unternehmen über weitaus mehr Potenzial, als tatsächlich genutzt wird. Referent Dr. Michael Uhlmann von der ATB Arbeit, Technik und Bildung GmbH begründet die Innovationshemmnisse mit Finanzierungsproblemen: Forschung und Entwicklung ist teuer, in kleinen Unternehmen fehlt es an Finanzierungsquellen und ausreichendem Risikokapital. Dr. Kerstin Loth stimmt ihm zu: „Das hatten wir auch unterschätzt.“ Kleine und mittelständische Unternehmen können nur bedingt risikoreich investieren. Das Tagesgeschäft eines Unternehmens hat infolgedessen in der Praxis meist Vorrang, denn es bietet im Gegenteil zu den anlaufenden Projekten Sicherheit.

 

 

Die Wirtschaft aktiv mitgestalten

Dabei senke eine Inanspruchnahme von externen Fördermitteln langfristig das Finanzrisiko eines Unternehmens, erklärt Bernd Schädlich von der IMM Holding GmbH in seinem Vortrag über erprobte Vor- und Nachteile der Förderung. Er stellt  gemeinsam mit Jan Drechsler vom Laserinstitut Mittweida ein erfolgreiches gemeinsames Projekt vor  und macht deutlich: Nur wer in Forschung und Entwicklung investiert, kann die sächsische Wirtschaft aktiv mitgestalten.

Ein gegenseitiges Geben und Nehmen

So bietet das zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie eine Plattform für die Zusammenarbeit von Lehre, Forschung und Praxis. Bestenfalls entsteht ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Drechsler mahnt trotzdem zu sorgfältigem Vorausplanen: „Nicht selten gibt es Vorlaufzeiten von zwei Jahren.“ Schädlich ergänzt: „Man sollte den Markt mit einer Voraussicht von vier bis fünf Jahren beobachten, denn sofortiges Eingreifen ist nicht möglich.“

Fachkräftemangel bleibt ein Thema

Auch Franziska Seidel, Geschäftsführerin der Ökoplast GmbH in Mittweida gab praxisnah ihr Wissen an die Anwesenden weiter. Zusammen mit ihrem langjährigen Projektpartner, Prof. Dr. Eckhard Wißuwa aus der Fakultät Maschinenbau der Hochschule Mittweida machte sie deutlich, dass sie vor allem die „gesamte Abwicklung der Projekte“ schätzt. Das ZIM bietet Unternehmen eine bedeutende Unterstützung und Betreuung. Prof. Dr. Wißuwa betonte aber: „Fachkräftemangel ist und bleibt ein Thema“ und verwies auf die nötige enge Verknüpfung von Hochschulen und Unternehmen. Es reiche nicht, gemeinsam innovative Produkte zu entwickeln, wichtig seien ebenfalls die Weitergabe von Wissen und der gemeinsame Lerneffekt.

Gegenseitiges Kennenlernen und Netzwerken

Im Anschluss diskutieren die Teilnehmer untereinander und persönlich ihre Erfahrungen und gesammelten Erkenntnisse. „Wir nutzen dauernd die Gelegenheit, neue Partner dazuzugewinnen, gerade bei solchen Veranstaltungen.“, erklärt Dr. Loth und erinnert die Teilnehmer nicht nur an den gemeinsamen Wissensaustausch, sondern auch an das nötige Netzwerken untereinander und das Profitieren voneinander.

Der MIKOMI-Wirtschaftsdialog war eine Kooperationsveranstaltung von MIKOMI und dem Chemnitzer Repräsentanz des Unternehmerverbandes Sachsen e.V.

Weitere Informationen
Heute die Innovation von morgen planen (Artikel)
Chancen und Hindernisse der FuE-Förderung (Interview mit Franziska Seidel)