Energieeffizienz in KMU
Wirtschaftsdialog | 06. Februar 2014

Der MIKOMI-Wirtschaftsdialog „Energieeffizienz in KMU“ lockte vor allem durch die interessante Thematik viele Unternehmer ins Mittweidaer Wasserkraftwerk und gab ihnen einen Einblick in die Möglichkeiten eines erfolgreichen Energiemanagements.

„Es war eine informative Veranstaltung, das Thema war sehr aktuell und das Ambiente wunderschön.“ Mit diesem Fazit verabschiedete sich Unternehmer Hermann Häuser, einer von knapp 100 Besuchern des Wirtschaftsdialoges. Als Tagungsort wurde – passend zum Thema „Energieeffizienz in KMU“ – das historische Wasserkraftwerk in Mittweida ausgesucht.

„Wir wollen Wissenstransfer nicht nur predigen, sondern auch aktiv gestalten“, eröffnete Prof. Dr. Volker Tolkmitt, Vorsitzender des Lenkungsausschusses von MIKOMI, den Wirtschaftsdialog. Dieses Ziel des aktiven Gestaltens setzte sich MIKOMI zusammen mit dem Institut für Energiemanagement der Hochschule Mittweida und der Industrie- und Handelskammer Chemnitz.

Prof. Dr. Tolkmitt vermittelte mit Hilfe eines interaktiven Quiz den zahlreichen Unternehmern im Publikum einen Einblick in die Rohstoff-Reserven unseres Planeten: „Irgendwann haben wir alle Rohstoffe verbraucht, deswegen ist die Steigerung der Energieeffizienz ein strategischer Punkt, an dem wir intensiv arbeiten müssen.“ Auch die Schwankungen in den Energiepreisen seien ein Problem. Das zeigte Prof. Dr. Tolkmitt an der Entwicklung des Ölpreises. „Dies stellt ein Risiko für Unternehmen dar und ist ein weiterer Grund, sich über Energieeffizienz Gedanken zu machen.“

Dipl.-Ing. (FH)/ Dipl.-Betriebsw. Bert Schusser, im Institut für Energiemanagement u.a. zuständig für den Bereich des Energie- und Umweltmanagements und Lead- Auditor für Qualitäts-, Umwelt- und Energiemanagementsysteme, zeigte den Unternehmern anhand von konkreten Zahlenbeispielen, wie hoch konkrete Steuerrückerstattung in verschiedenen Branchen ausfallen und wie man systematisches Energiemanagement vorantreiben kann. Damit gab er den Unternehmen praxisrelevante Fakten an die Hand. In diesem Zusammenhang stellte Frank Otto von der DEKRA Certification GmbH die verschiedenen Zertifizierungs- und Fördermöglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen vor. Er gab den Unternehmern einen wichtigen Tipp mit auf den Weg: „Es ist entscheidend, alle Mitarbeiter mit ins Boot zu holen und sie für das Thema zu sensibilisieren.“

Wie kann ich Energie in der Praxis sparen?

Sich darüber Gedanken zu machen, ist der Job von Norbert Kuch von der Sächsischen Energieagentur GmbH SAENA. Er überprüft bei sächsischen Unternehmen, wie diese durch Analyse ihrer Arbeitsprozesse Energie – und damit bares Geld – einsparen können. In Kooperation mit der Firma Profilstahl Delitzsch GmbH wurde eine Struktur für ein Energiemanagement aufgebaut. Gemessen wurde der Energieverbrauch des gesamten Unternehmens - von einzelnen Maschinen bis zu den Verwaltungsräumen. Durch die folgende Bewertung der Ergebnisse konnten Einsparpotentiale erkannt werden.

Ein weiteres Beispiel für eine hohe Energieeffizienz zeigte Carmen Ahnert, Geschäftsführerin der CPT Präzisionstechnik GmbH. „Alles was schlecht war, sollte erneuert werden“, stellte sie deutlich klar. Gesagt, getan: Der neuen Produktionshalle wurde ein energetisches Gesamtkonzept zugrunde gelegt. Unter anderem beinhaltete dieses Konzept eine automatische Lichtschaltung und ein umweltschonendes Belüftungs- und Heizsystem. Der Erfolg dieser Maßnahmen waren bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter und hohe Einsparungen im Produktionsablauf.

Wie kann ich das finanzieren?

Unter Einbeziehung staatlicher Subventionen rentierte sich der finanzielle Aufwand für die CPT Präzisionstechnik GmbH schon nach eineinhalb Jahren – ohne Fördermittel wären es zweieinhalb Jahre gewesen. Über 100.000 Euro können jährlich durch die optimierte Energieeffizienz eingespart werden. Auch in den Ausführungen des Diplom-Betriebswirts Bert Schusser steht der Erfolg eines Energiemanagementsystems außer Frage: „Es ist die konsequente Umsetzung des Prinzips des Wirtschaftens unter Berücksichtigung der Knappheit der erforderlichen Produktionsfaktoren.“ Damit können große Einsparungen mit wenig Aufwand erzielt werden.

Zum Abschluss des Wirtschaftsdialoges konnten die fast 100 Besucher mit anderen Teilnehmern Kontakte knüpfen, mit den Referenten ins Gespräch kommen und sich einer Führung durch das Wasserkraftwerk anschließen.

Simon Grübler (Mitteldeutsche Journalistenschule)
Fotos: Andreas Hiekel