IHK Chemnitz präsentiert Untersuchungen zur Arbeitgeberattraktivität
Wirtschaftsdialog | 03. Juli 2015

Zum 13. Forum Personalmanagement trafen sich in Chemnitz mehr als 100 Personalverantwortliche im Kammersaal der IHK, um zu diskutieren, wie Unternehmen ihre Arbeitgeberattraktivität erhöhen können. MIKOMI unterstützte die Veranstaltung in allen Phasen inhaltlich und technisch, und konnte mit Prof. Dr. Albrecht Löhr einen unserer führenden Experten im Bereich der Personalarbeit für das Forum gewinnen. Prof. Löhr lehrt u.a. im MBA-Programm des MIKOMI in der Vertiefungsrichtung Geschäftspolitik und Unternehmenssteuerung im Modul Wertorientierte Führung.

Christoph Neuberg, Geschäftsführer Industrie/Außenwirtschaft der IHK, führte durch die Veranstaltung. Zum Auftakt bat er die Teilnehmer um ihre Einschätzung, wie attraktiv das eigene Unternehmen auf Bewerber wirkt.

Hochschulabsolventen wünschen sich ein positives Arbeitsklima

Frau Prof. Dr. Angela Walter von der Westsächsischen Hochschule Zwickau stellte die Ergebnisse einer Studie vor, in der sie Faktoren untersucht hat, die einen Arbeitgeber für Hochschulabsolventen attraktiv erscheinen lassen. Ergebnis der Befragung, an der über 500 Studenten verschiedener Studienrichtungen teilgenommen hatten, war dass die Absolventen sich an erster Stelle ein positives Arbeitsklima wünschen, gefolgt von dem Entgelt und dessen Steigerungsaussichten und persönlichen Entwicklungschancen. Walter unterstrich, wie wichtig es ist, neue Arbeitnehmer zielgerichtet und entsprechend ihrer Stärken im Unternehmen platzieren. Gezielte Förderung und Qualifikation durch Weiterbildung sowie Wertschätzung der Person stehen im Vordergrund, wenn eine langfristige Bindung an das Unternehmen geschaffen werden soll.

Bewusstsein für die Entwicklung der Mitarbeiter

Den Blick auf die Praxis richtete Franziska Jeschke, HR Managerin von 3D Micromac in Chemnitz. Sie berichtete über die Unternehmenskultur der Firma, betrachtete dabei alles objektiv aus Sicht des HR Managers und aus Sicht der selbst erlebten Personalauswahl. Wichtiger Aspekt für sie ist, dass die Geschäftsführung selbst ein Bewusstsein für die Entwicklung der Mitarbeiter hat. Die folgende Podiumsdiskussion zu den Vorträgen und die Publikumsabstimmung über das MIKOMI TED System zeigten, dass sich viele Unternehmen bereits intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt haben.

Arbeitgeber Bewertungssystem

Nach einer kurzen Mittagspause zeigte Silke Masurat, Geschäftsführerin der zeag GmbH, Erfolgsfaktoren für die Arbeitgeberattraktivität auf. Sie erläuterte das Arbeitgeber Bewertungssystem von Top Job. Dabei geht es nicht nur um die Bewertung des Unternehmens und die Platzierung im Ranking, vielmehr lassen sich aus der damit verbundenen Stärken-Schwächen-Analyse wertvolle Entwicklungsmöglichkeiten für den Arbeitgeber ableiten.  Maximilian Zettlitzer zeigte am Beispiel des Business Village Chemnitz, welchen Einfluss ein durchdachter, ergonomisch gestalteter und gesundheitsförderlicher Arbeitsplatz auf die Produktivität und Zufriedenheit der Arbeitnehmer haben kann. 

In der folgenden Podiumsdiskussion wollten die Unternehmer/-innen natürlich von den beiden wissen: „Können wir uns das leisten?“ Frau Masurat entgegnete mit der Frage: „Können Sie es sich leisten, es sich nicht zu leisten?“ Wie die Personalverantwortlichen in den Unternehmen von den Wünschen ihrer Mitarbeiter erfahren, wurde in der nächsten TED-Umfrage ermittelt.

Nachdem die Aufmerksamkeit zunächst vordergründig auf die Arbeitgeberattraktivität hinsichtlich der Neuauswahl potentieller Bewerber gerichtet war, ging Prof. Dr. Albrecht Löhr auf die Bindung der bereits im Unternehmen etablierten Mitarbeiter ein. Er begeisterte sofort durch eigene Erfahrungsberichte aus seiner langen Karriere im Personalsektor. Er zeigte auf, dass es sich lohnt, einen neuen Blickwinkel auf die Generation Y oder Z zu entwickeln. Es sei an der Zeit, die Herausforderung anzunehmen und sich mit diesen neuen MitarbeiterInnen auseinander zu setzen. Das Potential schlummert auch in Andersartigkeit - Unternehmer brauchen Mut, dies zu erkennen.

Mitarbeiter lassen sich über Führung und Motivation an ein Unternehmen binden

Löhr nennt die wichtigsten Führungsgrundsätze: transparente Ziele; offene, beidseitige Kommunikation; Vertrauen und Zutrauen sowie das Übertragen von Verantwortung. So lässt sich eine Schnittmenge aus den Werten der Beschäftigten und der Unternehmer ermitteln, die gemeinsamen Grundlagen für die langfristige Zusammenarbeit. Mit der konsequenten Umsetzung einer solchen Führungsstrategie werden Mitarbeiter zu Markenbotschaftern für das eigene Unternehmen.

Abschließend konnten die Unternehmer/-innen in einer letzten Abstimmung selbst einschätzen, ob ihre Mitarbeiter bereits als Markenbotschafter agieren. 

Text und Abbildungen: MIKOMI