Ronald Maßalsky erklärt
Information | 15. September 2015

Unternehmen stehen zunehmend im Wettbewerb um ihre Arbeitskräfte. So geht es auch Ronald Maßalsky, Geschäftsführer der Maßalsky GmbH aus Glauchau. Der Fachkräftemangel zwingt ihn zu neuen Methoden bei der Personalsuche. Eine weitere Herausforderung ist, gutes Personal im Unternehmen zu halten. Denn der Kampf um die besten Arbeitskräfte hat gerade erst begonnen. 

Es ist Präsentationsabend in Glauchau: Bäder, Gebäudetechnik, Ausstattung im Bereich Sanitär, Wärme, Kälte, Dampf und Lüftung. Ronald Maßalsky stellt die Produkte und Dienstleistungen seines Unternehmens vor. In der Maßalsky GmbH sind heute 65 Mitarbeiter beschäftigt. Das Leistungsspektrum erfordert gute Fachkräfte und die seien nicht so leicht zu finden, so der Glauchauer Unternehmer.

Komplexität statt Einerlei

"Unsere Aufgaben sind sehr komplex geworden. Reine Installationsarbeiten oder Montage gibt es immer weniger. Wir realisieren mehr und mehr Komplettlösungen. Und da liegt unser Dilemma. Für diese gesamten Anforderungen gibt es nur sehr wenige Fachkräfte und auch der Nachwuchs fehlt", so Maßalsky.

Mit diesem Problem ist Maßalsky bei weitem nicht allein. Laut einer Studie der KfW sinke die Zahl der Auszubildenden in Deutschland momentan jährlich. Waren es im Jahr 2008 noch 1,61 Millionen Auszubildende sind es jetzt knapp 300.000 weniger. Momentan seien noch 123.000 gemeldete Ausbildungsstellen unbesetzt. Die Gründe liegen im demografischen Wandel und dass immer mehr Schüler ein Studium der Berufsausbildung vorziehen.

Den Wandel verschlafen

Nach Meinung von Ronald Maßalsky trifft das besonders das Handwerk hart: "Die Industrie und vor allem die Automobil- und IT-Branche haben bessere Anreize für die Jugendlichen geschaffen. Das Handwerk hat hier schlichtweg verschlafen. Vielen ist die neue, vielfältige Arbeit im Handwerk heute überhaupt nicht bewusst. Nur Rohre verlegen und Drecksarbeit - diese Zeiten sind lange vorbei."

Und auch der Markt an gestandenen Arbeitskräften ist mittlerweile quasi leer gefegt. Herkömmliche Beschaffungswege haben ausgedient, es bedarf innovativer und durchaus auch unkonventioneller Mittel in nahezu allen Branchen, um geeignetes Personal zu rekrutieren.

Offensive Rekrutierung

"Wir sind bei der Mitarbeitersuche aus unserer Sicht sehr aktiv. Wir gehen auf Jobmessen, machen klassische Anzeigen. Aber wir gehen auch neue Wege, beispielsweise vergeben wir Prämien, wenn Mitarbeiter Mitarbeiter werben."

Das Wichtigste überhaupt sei es, den Nachwuchs zu suchen und zu fördern, so der Unternehmer. "Wir gestalten Schulprojekte mit dem Landkreis oder auch den Wirtschaftsjunioren. Die Talentsuche muss man einfach frühzeitig beginnen."

Mitarbeiterbindung

Und auch nach dem Abschluss der Arbeitsverträge können sich Arbeitgeber, die den Blick in eine gesicherte Zukunft halten, nicht zurücklehnen. Mitarbeiterbidnung ist hier das Zauberwort. Arbeitskräfte emotional an das Unternehmen binden. Das ist ein Thema mit dem sich Ronald Maßalsky verstärkt beschäftigten will, um den Erfolgskurs zu halten.

Redaktion: Claudia Gränitz-Kleiber, Steffi Fichte