Im Wandel der Unternehmenskultur
Wirtschaftsdialog | 02. November 2015

Arbeitgebermarke, Employer Branding, attraktiver Arbeitgeber. Im Sinne der aktuellen Trends der Wirtschaftsentwicklung sind diese Begriffe auch aus dem Mittelstand nicht mehr wegzudenken. Insbesondere für die KMU wird Gewinnung der qualifizierten Arbeitnehmer zu einer immer wichtigeren Herausforderung. Der These waren sich sowohl Gäste, als auch Referenten des gestrigen Wirtschaftsdialoges zum Thema „Mittelstand als attraktiver Arbeitgeber: Wunsch und Wirklichkeit in KMU" einig.

Die Veranstaltung wurde durch „Das Demographie Netzwerk e.V.“ (ddn) initiiert und von MIKOMI - Institut für Mittelstandskooperation Mittweida sowie von ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH aktiv unterstützt. Der Wirtschaftsdialog fand in den Räumen von KSG Leiterplatten GmbH in Gornsdorf statt.

Employer Branding als Konzept

„Wir sind eigentlich toll und stellen qualitative Produkte her, aber welche Menschen und Emotionen stecken dahinter?“, so Prof. Dr. Udo Bechtloff, Geschäftsführer des KSG. Das Unternehmen habe zu seiner wichtigsten Aufgabe die Entwicklung der Arbeitgebermarke und die „Ausstrahlung in die Region“ gemacht, erklärte Bechtloff. KSG ist der drittgrößte Leiterplattenhersteller in Deutschland und der viertgrößte in Europa, und selbst ein so aufgestelltes Unternehmen habe mit Problemen beim ingenieurtechnischen Personal zu kämpfen. „Die Erfahrung in unserem Fall ist extrem wichtig, denn junge Ingenieure brauchen viel Zeit, um sich bei uns einzuarbeiten und alle Zusammenhänge in diesem konkreten Bereich zu erkennen und sich bewusst zu machen. Daher legen wir wirklich viel Wert darauf, dass junge Leute hier ihre Heimat finden, und nicht nach ein paar Jahren wieder wegziehen“, so Bechtloff weiter.

 

 

Chance für den Mittelstand

Unternehmensberaterin Mandy Weikelt erläuterte in ihrem Vortrag weitere aktuelle Trends in der Personalarbeit. Statistisch gesehen werden fast 64 Prozent der KMU als Arbeitgeber überhaupt nicht wahrgenommen. Des Weiteren fehle es den Personalabteilungen – sofern solche überhaupt existieren – und andernfalls der Geschäftsführung an der Zeit, den Ressourcen und der Bereitschaft, das Operative und das Strategische in Personalarbeit zu trennen. Umso mehr berge die Einführung des Employer Branding als Prozess ein großes Potenzial und eine Chance für den Mittelstand, so Weikelt.

Zukunftsfähige Unternehmenskultur

Nach den ersten Vorträgen und einem spannenden Betriebsrundgang durch die KSG Leiterplatten GmbH wurden den Teilnehmenden drei Initiativen/Projekte für den Mittelstand vorgestellt. Prof. Dr. Jürgen Wegge von der TU Dresden erklärte, wie das INQA-Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ funktioniert. Durch Mitwirkung der Mitarbeiter, Geschäftsführer und externer Prüfer in der Initiative könne ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Unternehmensführung geleistet werden.

Zukunftsfähige Unternehmenskultur

Nach den ersten Vorträgen und einem spannenden Betriebsrundgang durch die KSG Leiterplatten GmbH wurden den Teilnehmenden drei Initiativen/Projekte für den Mittelstand vorgestellt. Prof. Dr. Jürgen Wegge von der TU Dresden erklärte, wie das INQA-Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ funktioniert. Durch Mitwirkung der Mitarbeiter, Geschäftsführer und externer Prüfer in der Initiative könne ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Unternehmensführung geleistet werden.

GestalteMIT!

Ein weiteres für den Mittelstand interessantes Projekt – „GestalteMit!" – wurde von Dr. Michael Uhlmann, Geschäftsführer der ATB, vorgestellt. Die Initiative schlägt die Einstellung von so genannten Kümmerern in den Unternehmen vor. Die speziell qualifizierten Mitarbeitenden, die im Unternehmen für diese Aufgaben fünf bis zehn Prozent ihrer Arbeitszeit nutzen dürfen, unterstützen die Geschäftsführung bei der Wahrnehmung der strategischen Aufgaben in Geschäftsfeldern Personal, Gesundheit oder Innovation. Die Teilnahme an der Initiative fördere zudem den Austausch und die Kommunikation und „macht Mut in Unternehmen für die Veränderungen“, so Dr. Uhlmann.

Aktiv werden statt nur hoffen

Spätestens hier wurde klar: Unternehmen müssen reagieren und eigene, für sich passende Emplyer-Branding-Konzepte entwickeln. Oder mit Worten von Albert Einstein gesprochen: „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ Der Wirtschaftsdialog zeigte aber, dass die regionalen Unternehmen an dieser Stelle schon auf einem guten Weg sind.

Redaktion: Olga Didenko
Fotos: MIKOMI