Rückblick zum 5. Mittelsächsischen Wirtschaftstag
Wirtschaftsdialog | 04. April 2016

Zum Thema “Wertewandel in der Wirtschaft” kamen am 04. April 2016 im Bildungs- und Kommunikationszentrum “Wasserwerk Mittweida” mittelsächsische Unternehmen zum 5. Mittelsächsischen Wirtschaftstag zusammen.

Veronika Bellmann, Mitglied im Deutschen Bundestag, verwies in der Eröffnungsrede darauf, wie wichtig das Thema Wertewandel für Unternehmen sei. Im anschließenden Impulsvortrag ging Dr. phil. Notker Wolf OSB, u.a. Abtprimas des gesamten Benediktiner Ordens, auf die Bedeutung von Werten ein. Dazu zähle vor allem die Gedankenwelt, welche Werte uns führen und welche Werte wir der nächsten Generation mitgeben wollen.

Besonders wichtig für ihn seien gegenseitiger Respekt und miteinander zu sprechen: “Wann immer eine Entscheidung zu treffen ist, rufe deine Brüder zusammen und berate dich.” Und das lässt sich auch auf die Wirtschaft übertragen. Führungskräfte sollten selbst Visionen haben, diese kommunizieren und die Mitarbeiter dafür begeistern. “Werte muss man erleben”, so Wolf.

Die nachfolgende Podiumsdiskussion, bei der sich auch die Besucher mit Fragen einbringen konnten, vertiefte die Thematik Wertewandel mit Vertretern aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und Wissenschaft. Der Vorstandsvorsitzende der envia Mitteldeutsche Energie AG Tim Hartmann findet, dass man ein Verständnis dafür vermitteln sollte, dass die Mitarbeiter auf das vertrauen, was sie können. Dieses Wertegut müsse ihnen mitgegeben werden, da heutige Mitarbeitergenerationen in ihrem Berufsleben mit (Arbeitgeber)wechsel und Wandel leben müssen. Mitarbeiter sollten die Unternehmensphilosophie den Kunden gegenüber leben. Dies zu ermöglichen und zu initiieren, sei die Aufgabe der Unternehmensführung.

Dr. phil. Notker Wolf OSB sprach in seinem Impulsvortrag bereits an, dass Werte vorgelebt werden müssen. Michael Schlagenhaufer, Vorstand der Volksbank Mittweida eG, stimmte dieser Aussage in der Diskussionsrunde zu und ergänzte, dass gelebte Werte ein Erfolgsfaktor für Unternehmen seien.

Die Veranstaltung war ein Ansatz, sich tiefergehend mit dem Wertewandel auseinanderzusetzten. Für Prof. Dr. rer. oec. Volker Tolkmitt von der Hochschule Mittweida sind Werte eine Lebenseinstellung. Die Veranstaltung hat für ihn den Blick auf das Thema Werte weiter geschärft. Erich Fritz, Geschäftsführer der SAXONIA und Veranstalter des Wirtschaftstages, war zufrieden mit der Veranstaltung, da sie einen anderen Blickwinkel auf das Thema Wertewandel gegeben habe. Susan Heine, Vorsitzende der Arbeitsagentur Freiberg, die auch an der Podiumsdiskussion teilnahm, begrüsste, dass das Thema Wertewandel stärker in den Fokus rückt. Für sie hat dieser Wirtschaftstag jedoch nur eine Facette zur Problemstellung gezeigt.

Dies zeigt einmal mehr, dass Wertewandel vielseitig ist und jedes Unternehmen für sich Lösungswege finden muss, sofern es zukünftig am Markt bestehen will. Das Wissen, dass es einen Wertewandel gibt, wird dafür nicht ausreichen. Gut beraten ist, wer sich damit aktiv auseinandersetzt.

Text und Fotos: MIKOMI