Möbel für Menschen - Menschen für Möbel
MIKOMI begleitet den Gründerweg des Start-up-Unternehmens etage8

Kirstin, Jonathan, Benjamin und Willi sind die Gründer von etage8 aus Leipzig. Sie sind die Preisträger des Dresdner Start Up des Jahres 2017 und dem dafür von MIKOMI gestifteten MBA. Sie haben, ganz ihrer sozialen Unternehmensphilosophie folgend, dieses MBA Programm unter sich aufgeteilt und werden die Module und Seminare mit dem Start des Wintersemesters absolvieren. Kirstin hat sich für Online Marketing, Medien & Internetrecht, Texten für Print & Web entschieden, Benjamin wird die Module Prozessoptimierung und Qualitäts-Management besuchen und Jonathan Geschäftspolitik und Unternehmens-Steuerung. Willi überlegt noch und findet außerdem, „einer muss ja auch noch arbeiten“.

Wir nehmen den Start der ‚vier Neuen beim MIKOMI’ zum Anlass und begleiten sie ab sofort auf ihrem Gründerweg. Im Interview für die MIKOMI Wall-of-Fame verrieten Sie uns, wovon sie träumen und mit wem sie mal an der Bar eine Nacht durch trinken würden. Dieses Gespräch hat allen so viel Spaß gemacht, dass wir hier das ganze Interview zeigen, von dem Tag, als es hieß: „MIKOMI meets etage8“. Lesen Sie hier, was die etage8-ler bewegt, welche Rolle der Mensch dabei spielt und wieso soziales Engagement und Empathie ein wichtiger Bestandteil ihrer täglichen Arbeit sind.

Das Gespräch führte Beate Appel (BeA). Die kommentierenden Einschübe sind von Stefan Albrecht (StA). 

etage8

StA: In der ehemaligen “Tapetenfabrik R. Langhammer” im industriell geprägten Leipziger Westen ist ihr Büro zuhause. etage8 GmbH ist ein dienstleistungsorientiertes Designbüro, das die Vision verfolgt, Produkte und Marken mit den Bedürfnissen der Menschen in Einklang zu bringen. Interessant an ihnen ist ihr soziales Engagement. Neben ihrem breitgefächerten Service-Spektrum verbessern sie auch den Alltag von Menschen mit Behinderungen durch ihre Möbel. Durch ihr großes Fachwissen in den Bereichen Health Care, Industrie 4.0, Universal Design und eine fundierte Expertise auf dem Themenfeld des demographischen Wandels, haben Sie sich alle Kompetenzen angeeignet die es braucht, um ihre Vision in die Tat umzusetzen.

BeA: „Was geht Euch richtig auf den Wecker? Was sind echte Aufreger oder etwas, das ihr auf den Tod nicht ausstehen könnt?“ 

StA: Die Vier schauen sich nur kurz an und antworten hintereinander weg. Damit sind die Fronten direkt geklärt: Es gibt keine. etage8 halt.

BeA: „Helden, Heldinnen des Alltags - gibt es Menschen oder Figuren, die für Euch echte Helden sind?“

Jonathan: „Das sind meine Großeltern!“

Kirstin: „Da wir uns ja im Zusammenhang mit unseren Möbeln viel mit der Pflege auseinandersetzen und mit dem Umgang von älteren Leuten beschäftigen, sind gerade die Menschen, die in den Pflegeeinrichtungen arbeiten, unsere Helden. Sie sind die Menschen, die das alles am Laufen halten.“

Benjamin; “Wir hatten uns neulich gerade über die Situation unterhalten: Die Menschen,  die sich sozial für andere engagieren, ungeachtet, ob diese eingeschränkt sind oder ob sie arm sind oder nicht dem Statusideal entsprechen, beeindrucken uns immer wieder sehr. Was unsere Gesellschaft immer benötigt, sind Menschen, die sich engagieren und solche Menschen sind für mich auf jeden Fall kleine Helden.“

Kirstin: „Ein Beispiel aus der Altenpflege: Da haben wir einen Herrn getroffen, der kam selbst aus einem völlig anderen Berufsfeld, suchte einen Pflegeplatz für seine Mutter, fand aber keinen. Da hat er beschlossen, er macht jetzt selbst eine Einrichtung auf. Wo alte Leute so betreut werden können, wie er sich das für seine Mutter wünschte. Er hat es einfach gemacht und durchgezogen.“

StA: etage8 baut Möbel die älteren Menschen oder Menschen mit körperlichen Einschränkungen helfen, ihren Alltag besser zu meistern, siehe  Altenpflege Projekt etage8 2017.  Dabei holen sie sich die Inspiration wahrscheinlich aus dem Pflegebereich. Da das Team weiß, was die Pfleger tagtäglich leisten, sind diese ihre favorisierten Helden.

BeA: „Gibt es einen Traum?“

Jonathan: „Fischer in Finnland.“ 

StA: Den gemeinsamen Traum des Teams erklären sie dann genauer wieder gemeinsam...

Benjamin: „Wir glauben auch, dass jeder von uns, durch das, was er tut, auch seine persönlichen Ziele erreichen kann. Das müssen keine beruflichen Ziele sein. Es wäre umso besser, wenn wir das erreichen können, was unser persönlicher Traum ist, mit dem was wir beruflich tun, obwohl wir jetzt nicht in der gewinnmaximierenden Wirtschaft angesiedelt sind, sondern in der richtigen Sozialwirtschaft. Wir versuchen Gutes zu tun, mit dem, was wir können. Es muss gar nicht Non Profit sein, was wir tun, es soll sogar durchaus auch wirtschaftlich funktionieren. Dann aber FAIR. Das ermöglicht uns, ein GUTES Leben zu leben.“

Jonathan: „Was dahintersteckt, mit der Unternehmung die wir gestartet haben, ist letzten Endes, die Berufung zu finden, die einem es ermöglicht, seine Wünsche in der Zukunft zu erfüllen, die man jetzt wahrscheinlich noch gar nicht kennt.“

Kirstin: „Ja von vorne heraus auch, dass wir Gestaltung gelernt haben, aber wir gerne Gestaltung mit einer gewissen Nachhaltigkeit für uns machen wollten. Deswegen halt auch mit dem sozialen Hintergrund, weil natürlich kann man auch in Industriedesign-Büros arbeiten, wo man drei Kühlschränke die Woche macht. Das ist auch ein Weg, den gehen viele. Aber wir wollten für uns versuchen, mit unserem Design einen Mehrwert zu finden und zu schaffen. Etwas, das einen nachhaltigen Effekt auf die Gesellschaft hat und letztendlich auch auf jedes (andere) Marktsegment wirken kann.“

StA: etageeben, Designer mit Herz und Verantwortung und einem klaren Statement der Gesellschaft gegenüber.

... Fortsetzung folgt.

 

Redaktion: Beate Appel und Stefan Albrecht
Foto: Steve Feige