Lösungsansätze für die Generation Y
"Die Generation Z ist angekommen". IHK Chemnitz Projekt Arbeitgeberattraktivität, Vortrag vom 27.04.2017 im Rahmen des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft Freiberg.

Erik Heinelt ist Gründer von vier Startups auf drei Kontinenten, begleitete Unternehmen wie Zalando und Tirendo auf deren Weg zum Erfolg und weiß schon allein deshalb einiges über die "neue" Generation zu sagen. Außerdem gehört er mit seinen 30 Lebensjahren selbst zur Generation Y oder, wie er sie nennt, zu den "Millennials". Heute ist er Gründer und Lobbyist. 

Gespannt hören ihm junge und gestandene Unternehmer auf dem alljährlichen Unternehmertag der IHK Chemnitz zu. Der gebürtige Chemnitzer beginnt, wie viele seiner Vortrags-Kollegen, mit der demografischen Einordnung und Definition der Generation Y. Das haben wir alle schon gefühlt tausendmal gehört. Trotzdem liegen Theorie und Praxis Welten voneinander entfernt. Also, wie steht es aktuell mit der Umsetzung im eigenen Business? Immer noch Fehlanzeige. 

Doch dann beginnt Erik Heinelt die Problematik einmal anders anzugehen. "2020", so sagt er, "werden etwa 50% aller Arbeitsplätze mit Millennials besetzt sein". Schon allein deshalb müssten sich die Arbeitgeber wohl oder übel der Auseinandersetzung mit den neuen Arbeitsanforderungen und Lebensweisen stellen. Mit Anspruchsdenken und narzisstischer Haltung presche die Generation Y voran. "Sie wissen nicht genau, was Sie wollen, nur eins steht fest", so Heinelt, "Sie wollen es jetzt und gleich! Millennials haben es schwer und es ist nicht ihre Schuld."

So argumentiert er und provoziert damit durchaus. "Schuld" habe die "verkorkste Erziehungsstrategie", die auf ihn und seine Generation angewendet wurde. Früher hätten Autoritäten (z.B. Lehrer, Polizei, etc.) und Eltern geschlossen gegen das Kind gestanden, wenn es einen Fehler gemacht habe. Heute sei das anders, die Eltern verbünden sich mit dem Kind und kämpfen gemeinsam gegen die vermeintliche Ungerechtigkeit durch Autoritätspersonen.

Kommen derart behütete junge Menschen dann in die Arbeitswelt, erfolgt ein regelrechter Kulturschock. Millennials kannten bis dahin kein wirkliches Verantwortungsbewusstsein, ihnen sei alles abgenommen worden und sie mussten sich nicht anpassen. 

Erschwerend hinzu kämen die sozialen Medien, so Heinelt. Sie suggerierten eine Scheinwelt des Perfekten, Freunde zeigten ihr tolles Leben. Neid sei vorprogrammiert, der Druck wachse stetig. "Und dabei bedenken Sie bitte immer, die Millennials haben kein Selbstbewusstsein", ermahnt Heinelt. Das würde oft unterschätzt und fehlinterpretiert.

"Trotz aller Schwierigkeiten und Generationenkonflikte", ermuntert er sein Publikum, "müssen sie es gemeinsam richten. Sie sind wie sie sind und die Wirtschaft braucht sie." Selbstverständlich müssen die Unternehmen einen Weg finden, man sei ja auf die Generation angewiesen. Heinelt hat einige Tipps, wie es tatsächlich etwas einfacher werden kann. Denn die nächste Generation habe durchaus eine Menge Werte und Haltungen zu bieten, mit denen sich eine sanfte Unternehmensrevolution gestalten ließe: 

Millennials wollten kein Rädchen im Getriebe sein, sie möchten Verantwortung übernehmen und eine entscheidende Rolle spielen. Sie hassen Stillstand, sie lieben lebenslanges Lernen, seien immer auf der Suche nach Neuem. Sie strebten danach, jeden Tag besser zu werden.

Sicherheit gehöre allerdings nicht mehr zu ihren wichtigsten Werten: Jeder sei Unternehmer für seine eigene Karriere. 

Text: MIKOMI

Was also können die Unternehmer tun? Heinelt hat zum Schluss drei erstaunlich simpel anmutende Tipps, aber gar nicht so leicht durchzuhalten bei näherem Betrachten: 

 

  • Kultivieren Sie einen beteiligenden und flexiblen Führungsstil!
  • Treffen Sie keine HIPPO Entscheidungen! (HIPPO = Highest Paid Person Opinion/autoritärer Führungsstil)
  • Erklären Sie viel das Warum kommt oft zu kurz, ist aber entscheidend!

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Gefördert vom Sächsischen Staatministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.
Ein Projekt im Rahmen der Fachkräfteallianz Mittelsachsen.

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Die sanfte Unternehmensrevolution der "Millennials"