Pressesprecher der CVAG Tschök zum Thema E-Mobilität und wohin die Reise in Zukunft geht
Information | 20. Januar 2017

„Stellen Sie sich bitte eine Person vor, die aufgrund langer Arbeitszeiten immer erst spät nach Hause kommt. Wenn sie Feierabend hat, haben viele Lebensmittelläden bereits geschlossen. Zum Einkaufen bleibt nur die Mittagspause und dann ist meist so wenig Zeit, dass die Person die Hälfte vergisst und ein weiteres Mal zum Supermarkt muss. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Zudem wird die Umwelt verschmutzt – es handelt sich ja nicht nur um Einzelne. Was können wir also dagegen tun ?“

 

 

Mit dieser Geschichte will Stefan Tschök die Problematik des aktuellen Verkehrsverhaltens veranschaulichen. Im Innern einer Citybahn haben sich an diesem Nachmittag Interessierte und Vertreter aus der Verkehrsbranche eingefunden. Die Aufmerksamkeit hat Tschök in jedem Fall. Die Geschichte spricht viele an, viele nicken zustimmend. Der Wunsch nach einer einfacheren Möglichkeit wird laut. Tschök bietet eine Lösung an:“ Wäre es nicht einfacher, man könnte die Lebensmittel bestellen? Dann könnte man sich in Ruhe überlegen, was man braucht und vergisst nicht die Hälfte. Die Zeit, die man sonst im Supermarkt verbringen würde, könnte man dann anders nutzen. Man würde sich nicht von Öffnungszeiten gedrängt fühlen. Und wenn dann noch zusätzlich ein paar Nachbarn aus der selben Straße mit bestellen, würde man sogar die Umwelt schonen, da mit einer Fahrt alle beliefert würden.“

Ist man dann überhaupt noch mobil?

Was hat das mit Mobilität zu tun, wenn man sich selbst gar nicht mehr fortbewegt? „Mobilität hat nicht zwangsläufig etwas mit Fortbewegung zu tun. Das Mobilitätsbedürfnis befriedigen bedeutet auch, intelligente Lieferketten zu nutzen und so den konkreten Verkehr einzudämmen. Verkehrsvermeidung ist ein großes Thema in der Mobilität der Zukunft“, so Tschök. „Noch mehr Fahrzeuge werden wir in Zukunft nicht verkraften können“. Was zukünftige Trends angeht, hat Tschök genaue Vorstellungen: „Es wird zunehmend digitaler, es wird mehr auf nicht-fossile Brennstoffe gesetzt, Carsharing wird noch beliebter und der öffentliche Verkehr wird individueller.. Ich denke da an die sogenannte „letzte Meile“: viele Menschen in kleineren Gebieten sind immer noch zu schlecht ans öffentliche Verkehrsnetz angebunden.“ Auch wenn einige der Zuhörer Tschöks Beispiel kritisieren, hat er die Gruppe doch zum Nachdenken gebracht. Und zwar nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf durchaus sympathische Art und mit Bereitschaft zur offenen Diskussion. Mobilität geht jeden von uns etwas an, deshalb sollte sich auch jeder einmischen dürfen. Wir müssen neue Denkansätze wagen.

Text: MIKOMI
Foto: get-shot.de