Projektmanagement klassisch, agil? Oder beides?
Nur neue Methoden bringen es auch nicht. Man muss bereit dafür sein und sich fit machen.

"Wir werden einen Werkzeugkasten für das eigene Projektmanagement gemeinsam zusammenstellen." Das sagt Andreas Polster, MIKOMI Dozent für das neue Seminar „Agiles Projektmanagement“. Warum, weil er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht einfach unreflektiert neue Projektmanagement-Methoden überstülpen will. Wir haben ihn getroffen und ihm vorab den Hintergrund und den Ansatz zum neuen Seminar entlockt.

Jede Kurve clever nehmen. Agiles Projektmanagement lebt von entschlossenen, schnellen Entscheidungen in komplexen und dynamischen Situationen.

Projekte in „verrückten Zeiten“ erfolgreich zu steuern, verlangt selbst etwas „verrückt“ zu sein. Die Aufforderung, agil zu handeln, meint nichts anderes. Die Art und Weise der Zusammenarbeit in Projekten muss sich der Dynamik der ständigen Veränderungen anpassen.

Projektmanagement – klassisch agil

Das klassische Projektmanagement steht in der Kritik. Pauschal wird mehr Agilität verlangt. Aber was heißt das konkret?

Agiles Projektmanagement ist ein Ansatz, bei dem Teamarbeit in besonderer Weise stattfindet. Für das agile Arbeiten im Team werden spezifische Rollen mit Verantwortung und Zuständigkeiten versehen, die ein konzentriertes Vorgehen für das Erreichen der Projektziele absichern.

"Das Projektteam stimmt sich sehr kurzfristig und regelmäßig zum Arbeitsstand ab. Wichtige Entscheidungen können so zeitnah mit Bezug auf neue Anforderungen getroffen werden", so Andreas Polster.

Es komme dabei besonders auf das Teamergebnis an. Die Verantwortung jedes Einzelnen dafür sei durch die Übernahme von Rollen eindeutig und transparent beschrieben. Erwartet wird hierbei aber, dass jeder im Rahmen seiner Verantwortung eigenständig handelt und entscheidet.

 Das Teamergebnis zählt.


Projektarbeit war schon immer irgendwie agil. Denn Projektpläne lassen sich nie problemlos umsetzen. Der Projekterfolg ist deshalb immer von der Flexibilität und Kreativität der Handelnden abhängig. Mitunter kollidiert deren Tun aber mit starren Vorgaben und Rahmenbedingungen. Polster sagt dazu: "Mehr Agilität bedeutet also, dass Flexibilität und Kreativität des gesamten Projektteams gezielt methodisch für die Zielerreichung genutzt wird."

Agiles Projektmanagement brauche Professionalität im methodischen Vorgehen und in der Kommunikation. Andreas Polster weist aus diesem Grund darauf hin, dass die Erfahrungen des klassischen Projektmanagements nicht ungeprüft über Bord geworfen werden dürfen. Modernes Projektmanagement sei damit klassisches Projektmanagement mit "höherer Drehzahl". Und er ergänzt: "Aufgrund der größeren Fliehkräfte kann sich all das nicht mehr halten, was zu starr und unflexibel ist."

Clever handelnde Projektteams statt Helden im agilen Projektmanagement

Und was bedeutet das für die handelnden Akteure? „Die Krux ist, Professionalität wird oft am Projektmanager als Person festgemacht. Es wird ein Held gesucht. Genau betrachtet sucht man eine agile Kraft, die das Unplanbare meistert“, so Polster.

In dynamischen Zeiten funktioniere es aber schlicht und einfach nicht mehr, dass ein Projektleiter plant, die Methodik vorgibt und am Ende auch allein für die Ergebnisse gerade steht. Alle anderen arbeiteten nur zu, und übernehmen mehr oder weniger die Verantwortung allein nur für ihren Beitrag. Das genüge nicht, um komplexe Anforderungen flexibel und schnell zu bewältigen. "Die Nutzung kollektiver Intelligenz ist Pflicht!"


Agiles Projektmanagement braucht keine Helden, sondern ein Konzept.


Zum agilen Handeln passen demnach keine Tools, die wenig Transparenz über den aktuellen Entwicklungsstand schaffen und am Ende nur zur Projektverwaltung genutzt werden. "Es braucht möglichst einfache Hilfsmittel für eine optimale Projektsteuerung durch kollektiv begründete, gute Entscheidungen", so Polster.

"Agiles Projektmanagement ist in besonderer Weise anspruchsvoll, weil es konzeptionell die systematische Einbindung aller Erfahrungen und Fähigkeiten eines Projektteams für die Zielerreichung sichert. Dazu müssen die organisationale Struktur und der methodische Ansatz passen", sagt Andreas Polster. In bekannten Projektmanagement-Ansätzen, wie zum Beispiel SCRUM, wird deutlich, wie das gelingen kann.

Professionelles Projektmanagement ist professionelles Projektmanagement

Agiles Projektmanagement sei nicht automatisch die erfolgversprechende Alternative für all jene, die schon das klassische Projektmanagement nicht gut praktizieren. Es ist immer gut abzuwägen, wieviel Agilität in der konkreten Situation und in der Organisation möglich ist und weiterhilft.

Wir bauen uns das Projektmanagement gegebenenfalls so, wie wir es brauchen.


Neue Methoden sind kein Erfolgsgarant

Es erscheint also nicht sinnvoll, mehr oder weniger oberflächlich zwei „Werkzeugkästen“ zu vergleichen, um dann daraus Werkzeuge nach dem ersten Anschein für Erfolg auszuwählen. Andreas Polster sagt dazu: „Natürlich nimmt jeder gern etwas Neues und Modernes. Aber um gut einzuschätzen, was von den bekannten agilen Ansätzen mit Erfolg nutzbar ist, sind die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für ein modernes Projektmanagement zu bewerten. Um sich dann für die zum konkreten Fall passende 'Werkzeugkiste' zu entscheiden. Und unter Umständen müsse man sich auch eine eigene Werkzeugkiste bauen.

Das MIKOMI-Seminar beginnt genau an dieser Stelle - den Grundlagen für das eigene agile Projektmanagement.

Geklärt werden dafür die folgenden Fragestellungen:

  • Auf welchem Level von Professionalität bewegen wir uns derzeit?
  • Was sind die Basics für gutes Projektmanagement?
  • Was genau meint mehr Agilität im Projektmanagement?
  • Welche Rahmenbedingungen und Voraussetzungen müssen klar sein, um mit Agilität auch mehr Erfolg zu haben?
  • Wie passen die Erfahrungen von SCRUM, KANBAN etc. in meinen Projektalltag?
  • Was muss ich verstanden haben, um die agile Methodik erfolgreich im eigenen Projektmanagement nutzen zu können?

Weiterbildung zum Thema

Mehr zum Seminar Agiles Projektmanagement sowie Termine und Buchungsinformationen finden Sie auf unserer Seminarseite

M. Andreas Polster

M. Andreas Polster ist seit 25 Jahren erfolgreicher Trainer, Coach und Berater. Als Geschäftsführer des iapo - Institut für innovative Arbeitsgestaltung, Praxisberatung und Organisationsentwicklung hat er sich spezialisiert auf die Professionalisierung unternehmensinterner Kompetenzen für Veränderungs-/Verbesserungsprozesse. Seine Stärken liegen in der Beratung von Unternehmensorganisationen bezogen auf die Erhöhung von Produktivität und Qualität im Wertschöpfungsprozess.

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