Im MBA-Studiengang strategische Unternehmensführung gibt es durch die aktuellen Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren keine Präsenzveranstaltungen. Die Module finden daher online statt - ein Experiment für Lehrende und Studierende gleichermaßen, leben doch die Veranstaltungen vom aktiven Austausch in der Gruppe. Ob beim ersten mit Videokonferenzschaltung komplett digital durchgeführten Modul aus dem MBA-Studiengang alles glatt lief und welches Resümee die Teilnehmenden ziehen, lesen Sie in dieser Reportage.

Es ist Freitagmorgen, 9.00 Uhr, das Seminar beginnt. Normalerweise ist das die Zeit für die Teilnehmenden, sich noch schnell einen Kaffee und ein paar Kekse von unserer Selbstbedienungstheke im Seminarraum zu holen. Jetzt jedoch sitzen alle in den eigenen vier Wänden – auf der Couch, am Schreibtisch oder auch in der Küche – wählen sich über den bereitgestellten Link in die Videokonferenz (Zoom) ein und schauen gespannt. Auch für Undine Schmalfuß, die Institutsleiterin des MIKOMI, ist die Situation neu. „Wir wollen gemeinsam dieses Experiment wagen und euch einladen euch darauf einzulassen. Es wird sicher anstrengender als im Präsenzseminar. Wir versprechen euch, wir werden für Abwechslung sorgen.“ so Schmalfuß zu Beginn der Videoschalte, die insgesamt acht Stunden dauern sollte. Das Ganze für zwei Tage, man kann die Skepsis der Teilnehmenden über die Videoeinblendung nur erahnen. Aber Sie sind neugierig. Soviel steht fest. 

Vorbereitung ist das A und O.

Die Technik steht fürs Erste, das Internet hält durch – Ton und Video werden störungsfrei an die Teilnehmenden übertragen. Ein Testlauf vor dem Seminar mit Teilnehmenden und Referent bringt Sicherheit für alle, sodass beim Start alles glatt laufen sollte. Nur eines ist komisch: Das Videobild eines Teilnehmers steht auf dem Kopf. Aber das sorgt für die entsprechende Erheiterung, lernen soll ja schließlich auch Spaß machen. Über die Ferne kann aber auch ihm geholfen werden, die richtige Einstellung für seine im Laptop integrierte Webcam zu finden. Dann geht es für alle aufrecht sitzend im Videobild los.

Kleine Gruppen – auch online ein großer Vorteil.

Auch für den Referenten ist ein Video-Live-Seminar im Umfang eines Modules im Rahmen von zwei Tagen eine Herausforderung. Er ist froh, dass die Gruppe mit sechs Teilnehmenden nicht zu groß ist. Trotzdem erfordert das Setting eine angepasste didaktische Aufbereitung. Es soll schließlich keiner ermüdet und erschöpft oder überanstrengt am Ende des Tages enttäuscht vor seinem Rechner sitzen. Vor allem wichtig sei auch die Wahrnehmung von Körpersprache, Zustimmung, fragende Gesichter, so der Referent Prof. Ralph Sonntag. Er hatte einige Tage zuvor bereits einen anderthalb-stündigen Online-Workshop mit 20 Teilnehmenden, bei dem ihm die Interaktion oder zumindest ein Nicken gefehlt hat. „Da spricht man mehr gegen eine Wand, wodurch auch die Gruppenaufgaben nicht so gut funktionieren“, sagt Sonntag.

Und man darf nicht vergessen, ein Lehrender ist in vielen Fällen eben auch kein Moderator, der es gewöhnt ist, seine Zielgruppe nur durch die Kamera ohne Rückreaktion für die Lehrinhalte zu begeistern. Auch für die Studierenden dürfte die Gruppengröße nicht viel größer sein, da sich sonst die Absprachen bei den Gruppenarbeiten schwierig gestalten könnten.

Die Mischung macht’s.

Inhaltlich lieferte das Seminar einen bunten Mix aus Vorlesung, anregenden Diskussionsrunden und Gruppenarbeiten mit praktischen Übungen. Gerade die Übungen waren laut Natascha Hofmann, Studentin im MBA Strategische Unternehmensführung zur Auflockerung zwischendurch sehr wichtig, damit „man sich mal wieder auf etwas anderes konzentriert hat als auf den Bildschirm.“ 

Und obwohl der Seminarablauf per Videokonferenz für alle ungewohnt war, sehen die Teilnehmenden viel Positives in der digitalen Technik. „Man kann die Aufgaben in der Gruppe schnell in Word, Excel oder PowerPoint aufbereiten und die Ergebnisse im Anschluss direkt durch das Teilen des eigenen Bildschirms den Anderen vorstellen,“ sagt MBA-Student Christian Nagel. 

Bis auf Weiteres wird dies nun die Lehr- und Lernumgebung sein. Für das MIKOMI-Team war es ein guter Start, um bei den kommenden Veranstaltungen noch weitere Möglichkeiten zur Optimierung auszutesten.

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