Kommende Risiken in Vorteile umwandeln
Wirtschaftsdialog | 07. November 2016

Rund 160 Unternehmerinnen und Unternehmer trafen im Rahmen des fünften Mittelsachsen-Forums mit Experten und Praxispartnern des Landratsamtes Mittelsachen und MIKOMI, Institut für Mittelstandskooperation Mittweida an der Hochschule Mittweida zusammen. In Fachvorträgen wurden Erfahrungsberichte ausgetauscht und Konzepte für die erfolgreiche Mitarbeiterführung der Zukunft diskutiert.

Motivierte und mitdenkende Mitarbeiter sind der Wunsch jedes Unternehmers. So formuliert es Michael Wiegner, technischer Leiter der SWG Sächsische Walzengravur GmbH aus Frankenberg, auf dem fünften Mittelsachsenforum zum Thema Führungskultur im Wandel. Wiegner ist Praktiker, kennt die Themen Mitarbeitermotivation, Mitarbeiterbindung  und Mitarbeiterführung aus seinem täglichen Arbeitsumfeld. Nach seiner Auffassung brauchen Beschäftigte heute Wertschätzung, eine transparente Geschäftspolitik und Motivation. 

Da stellt sich der Vorstand auch schon mal selbst an den Grill, um den Mitarbeitern für gute Leistungen zu danken. Und auch das Gehalt ist nach Auffassung Wiegners nur ein wichtiger Aspekt: „Information ist die Grundlage jeden Mitdenkens. Mitdenken die Basis für Veränderung. Transparenz ist zugleich auch eine Form der Wertschätzung.“ Regina Ludwig, Vorstand von Kübler&Niethammer stellte besonders eine klare und offene Kommunikation im Unternehmen als Erfolgsfaktor einer erfolgreichen Mitarbeiterführung heraus.

Unternehmen, die Führung und ein auf Mitarbeiter ausgerichtetes Arbeitsumfeld so leben und umsetzen, sind auf der Höhe der Zeit.  Dies zeigen die Ergebnisse der Studie „Gute Führung – Führungskultur in Deutschland: Zukunftsentwicklung und zentrale Erfolgsfaktoren“ unter der Leitung von Frank Schomburg von der nextpractice GmbH. Denn die Erwartungen für die Zukunft gehen noch weiter. Während die patriarchisch autoritäre Führungspersönlichkeit bis in die achtziger Jahre den Führungsstil kennzeichnete, ging es in den Neunzigern eher um effiziente Zielerreichung. Heute setzten Führungskräfte vermehrt auf kooperative Teamarbeit, so Schomburg. Und wer den Blick in die Zukunft wagt, geht davon aus, dass Führung zukünftig von hoher Agilität, dynamischer Vernetzung und solidarischer Integration geprägt sein wird. Denn dem Mitarbeiter wird mehr Unabhängigkeit, mehr örtliche und zeitliche Flexibilität, mehr Verantwortung zugesprochen werden - müssen. 

Daran anknüpfend rief Undine Schmalfuß, Institutsleitern des MIKOMI dazu auf, die damit verbundenen Changeprozesse als Chance zu sehen. „Ein motiviertes und engagiertes Team ist ein klarer Wettbewerbsvorteil.“ Dafür benötige es ein attraktives Arbeitsumfeld, Möglichkeiten der Potenzialentfaltung und Karriereziele des Einzelnen erreichbar zu gestalten, aber auch Spaß bei der Arbeit. Dies stellt an Führungskräfte hohe Anforderungen, so Schmalfuß. Denn diese sollen in der Lage sein empathisch zu führen, ständig Feedbacks geben, gleichzeitig aber die Interessen der Unternehmen durchzusetzen und das Unternehmensergebnis zu sichern. Ein Aspekt, Führungskräfte hier zu stärken sind Weiterbildungsangebote, die übrigens auch ein Instrument der Mitarbeiterbindung sind, so die Institutsleiterin.

 „Attraktiv geführte Unternehmen sprechen nachgefragte Fachkräfte an, was sich positiv auf die Entwicklung des Landkreises auswirkt“, so fasst Dr. Lothar Beier, 1. Beigeordneter in der Landkreisverwaltung das Thema zusammen. Um diese Anforderungen zu stemmen müsse eine Unternehmenskultur geschaffen werden, die wertschätzend mit den Mitarbeitern umgeht, und möglichst spannend und begeisternd ist. Die Unternehmen der Region nehmen diese Herausforderungen an – so das einhellige Fazit der abschließenden Gesprächsrunden.

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