Mutig in die digitale Welt
Interview mit Nadja Bauer

 

 

Nadja Bauer ist Strategieberaterin für digitale Medien und Dozentin für das MIKOMI Modul „Absatzförderung durch neue Medien“. Im Gespräch verrät sie, wie die digitale Kommunikation zwischen Kunden und Unternehmen besonders im Mittelstand effizient verlaufen kann und spricht über die herrschende Angst vor zu vielen Möglichkeiten im Web.

Welche Bedeutung haben die „neuen“ Medien, wie Facebook, Xing oder Twitter für mittelständische Unternehmen?Für mittelständische Unternehmen ist es besonders wichtig, lokales Marketing zu betreiben. Grundsätzlich unterscheiden sich mittelständische Unternehmen jedoch nicht so sehr von großen Unternehmen. Viel relevanter ist die Unterscheidung zwischen den einzelnen Branchen. Ein Modeunternehmen muss sich anders im Web präsentieren, als es ein Restaurant tut. Das ist mit den neuen Medien aber sehr gut möglich, indem das Unternehmen sich in Portalen präsentiert und den Kunden ermöglicht, Empfehlungen zu geben.

Welche Tipps haben Sie für mittelständische Unternehmen, die sich das erste Mal in den neuen Medien bewegen?
Das sind ganz einfache Softskills. Man sollte neugierig sein und keine Angst haben. Ich sehe oft, dass die Menschen große Angst vor den vielen Möglichkeiten im Web haben oder davor, etwas Falsches zu sagen. Es ist zwar wichtig strukturiert an die Sache heran zu gehen, aber es sollten gleichzeitig Dinge ausprobiert werden. Gerade bei den ersten Schritten können Unternehmen sich ein bisschen Hilfe holen, das beginnt schon bei der Auswahl der Kanäle. Außerdem ist es ratsam, die einzelnen Erfahrungen in den jeweiligen Kanälen und die entstandene  Kommunikation zu dokumentieren. Auf diese Weise können spätere Fehler ausgeschlossen werden.

Welche Hindernisse entstehen im Umgang mit den neuen Medien?
Erst einmal gibt es ein Filterproblem. Das Web beinhaltet viele Kanäle und eine große Menge an bereits vorhandenen Inhalten. Da muss sich ein Unternehmen vorher überlegen welche Kanäle sinnvoll sind und auf welchen es präsent sein möchte. Hinzu kommt eine zeitaufwendige Betreuung der Inhalte, denn es gibt immer wieder kleine Änderungen in den Kanälen. Facebook ist ein gutes Beispiel, denn dort erneuert sich ständig etwas. Diese Zeit muss im Unternehmen eingeplant werden.

Welche Chancen tuen sich für Unternehmen auf?
Es kann ein direkter Kontakt mit der Zielgruppe entstehen, da Inhalte personalisiert vermittelt werden können. Dadurch gibt es nicht so viele Streuverluste wie bei anderen Marketingmethoden. Benutzer können so einfacher aktiviert werden ihre persönlichen Erfahrungen und Empfehlungen zu dem Unternehmen im Web zu äußern. Besonders für mittelständische Unternehmen, die großen Wert auf das lokale Marketing legen sollten, ist diese Art des Feedbacks eine gute Chance, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Frau Bauer, vielen Dank für das Gespräch.