Unser Wissenslunch: KI und deren Regulierungen in Unternehmen

Rückblick vom 31. März 2025

In unserem sechsten Wissenslunch „Zwischen KI und K.O.: KI und deren Regulierungen in Unternehmen“ diskutierten wir Dr. Maria Börner, Legal Tech-Expertin bei Westernacher Solutions, und Prof. Dr. Thomas Villmann, Professor für Computational Intelligence an der Hochschule Mittweida und Direktor des SICIM darüber, wie KI im Unternehmenskontext rechtssicher eingesetzt werden kann, warum Sprachmodelle immer mit Vorurteilen arbeiten und wie Sie diese trotzdem effektiv nutzen.

Dr. Börner eröffnete den Austausch mit einem praxisnahen Einblick in die rechtlichen und ethischen Herausforderungen im Umgang mit KI insbesondere im sensiblen juristischen Umfeld. Sie betonte, wie wichtig es sei, Technologie und Regulierung gemeinsam zu denken: „KI muss nicht nur funktionieren, sie muss auch nachvollziehbar, sicher und fair sein – gerade in Branchen, in denen Vertrauen eine zentrale Rolle spielt.“

Prof. Villmann ergänzte die technische Perspektive und zeigte, dass KI-Systeme in der Industrie schon seit Jahrzehnten im Einsatz sind – lange vor dem aktuellen Hype um generative KI. Besonders deutlich wurde: Auch KI unterliegt statistischer Unsicherheit und ist nicht unfehlbar. „Ob Mensch oder Maschine: perfekte Entscheidungen gibt es nicht. Wichtig ist, wie wir mit Unsicherheit umgehen und wie wir Systeme gestalten, die nachvollziehbar und robust sind“, so Villmann.

Ein zentrales Thema war der Umgang mit Bias, also Verzerrungen in den Trainingsdaten. Beide Referierenden machten deutlich, dass KI-Systeme nur so neutral sind wie die Daten, mit denen sie gefüttert werden. Besonders eindrücklich war das Beispiel von Bildgeneratoren, die trotz Eingabe weiblicher Begriffe ausschließlich männliche Figuren zeigen – ein Spiegel gesellschaftlicher Stereotypen. Auch im industriellen Kontext seien Verzerrungen möglich und müssten durch gezielte Tests und kritisches Hinterfragen erkannt und minimiert werden.

 

Intensiv diskutiert wurde auch der EU AI Act, der den rechtlichen Rahmen für KI in Europa setzen soll. Dr. Börner und Prof. Villmann waren sich einig: Europa könne mit seinen hohen ethischen und datenschutzrechtlichen Standards einen eigenen Weg gehen. Dies kann jedoch nur unter der Voraussetzung geschehen, dass Investitionen in Infrastruktur, Forschung und Aufklärung entschlossen vorangetrieben werden. Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass zu strikte Regularien Innovation auch behindern können, etwa im Bereich der Medizin, wo internationale Datenkooperationen oft effektiver seien.

Die zahlreichen Fragen aus dem Publikum – unter anderem zur Datensicherheit, zu lokalen KI-Lösungen (On-Premise) und zur Entwicklung eigener europäischer Modelle – zeigten, wie hoch das Interesse an einem fundierten und verantwortungsbewussten KI-Einsatz ist.

Das Fazit des Wissenslunchs lautete: KI ist ein mächtiges Werkzeug, aber kein Selbstläufer. Wer sie sinnvoll einsetzen will, braucht nicht nur technisches Know-how, sondern auch ein tiefes Verständnis für Daten, ethische Prinzipien und gesetzliche Rahmenbedingungen. Der verantwortungsvolle Umgang beginnt im Kleinen etwa mit einer klaren Datenstrategie und der Schulung von Mitarbeitenden.

 

Wie Sie Ihr Unternehmen fit machen für den sicheren und effektiven Einsatz von Künstlicher Intelligenz, erfahren Sie in unserem Online-Kurs „KI-Compliance nach dem EU AI Act“, den wir gemeinsam mit der Hochschule Mittweida entwickelt haben. Der Kurs vermittelt praxisnahes Wissen über rechtliche Rahmenbedingungen, Datenschutz, Risikobewertung und ethische Grundlagen – die perfekte Basis für einen reflektierten und zukunftssicheren KI-Einsatz.

Aufzeichnung "KI und deren Regulierungen in Unternehmen"

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