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Recruiting. Teambuilding. Marketing.

eSports ist mehr als Game. Chancen für Unternehmen.

Mit “eSports” haben wir wieder ein neues Buzzword im Unternehmenskontext vor uns!? Vielleicht sind das die ersten Gedanken, wenn eSport als bisher oft ungenutztes Potenzial für Unternehmen dargestellt wird. Doch wer erfolgreich sein möchte, muss manchmal auch um die Ecke denken, mindestens aber neugierig sein, was dahinterstecken kann und im besten Fall Anwendungen und Wege für sich und sein eigenes Unternehmen entdecken. Der MIKOMI-Wirtschaftsdialog am 30. Juni 2022 beleuchtete eSports aus sportlicher, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Sicht. Also: Game on!

Hintergrundwissen eSports
Um die Potenziale zu erkennen, sollte man in erster Linie wissen, was eSports eigentlich bedeutet: eSports sind ein geregelter, sportlicher Wettkampf mittels Video- und Computerspielen. Dass es dabei um mehr geht als nur Zocken und Zeit vertrödeln, bestätigt die Szene selbst, denn der weltweite Jahresumsatz beträgt 1,14 Mrd. US-Dollar (in 2021). Damit stellen eSports einen ernst zu nehmender Wirtschaftszweig dar. Auch im Breitensport ist es mittlerweile angekommen und so verankert die Deutsche Fußball Liga (DFL) eSports verpflichtend in den Statuten der Bundesliga und der 2. Liga ab der Saison 2023/24.

Wer also in der ersten oder zweiten Bundesliga spielt, muss zukünftig auch ein eSport-Team für die Liga aufstellen. Beim Wirtschaftsdialog waren sich die eSports-Expert:innen einig: Es sei Zeit, sich aus Unternehmenssicht mit diesem Phänomen zu beschäftigen und zu prüfen, welche Chancen sich dahinter für das eigene Unternehmen verbergen. Es geht um Marketingmöglichkeiten, Team- und Personalentwicklung und zielgruppenspezifisches Recruiting. Sind eSports also ein Thema, das Unternehmen interessieren muss? Die Kooperationspartner des Wirtschaftsdialoges – die DEKRA, der FSV Zwickau und die Westsächsische Hochschule Zwickau – sind sich darüber einig und meinen: Ja, unbedingt! Den passenden Raum für diese Diskussion bot die GGZ Arena in Zwickau, das Heimstadion des FSV Zwickau, allemal. Denn das Stadion ist nicht nur ein Zuhause für den klassischen Fußball, sondern seit zwei Jahren auch für ein eSports-Team.

Unternehmen sollten eSportler sofort einstellen
Für das Überblickswissen und die Einordnung sorgte Dr. Tobias Scholz von der Universität Siegen. Er ist seit 20 Jahren im Bereich eSports-Forschung tätig und auch selbst passionierter Gamer. In seiner Keynote definierte er die Grundlagen der eSports und legte den Fokus auch auf die Menschen hinter den eSports. „Es sind immer die Menschen, die aktiv sind und das vergessen wir generell oft, wenn wir über digitale Phänomene reden. Wäre ich Unternehmer, würde ich einen eSportler sofort einstellen. Sozialkompetenz, Führungsfähigkeit und Lernfähigkeit zeichnen eSportler aus.“

Wirtschaftsdialog eSports in 30 Sekunden

Sponsoringmöglichkeiten mit hohen Reichweiten
eSport bietet also für Unternehmen eine spannende Zielgruppe, sowohl als potenzielle Kunden als auch als Mitarbeitende: technisch versiert, teamfähig und am Beginn des Arbeitslebens stehend. “Das Potenzial in eSports für Unternehmen liegt in der hohen Reichweite und in der jungen Zielgruppe, die beide beispielsweise durch Sponsoring erreicht werden können,” so Vertretungsprofessorin Dr. Manuela Sachse von der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Sie informierte die Teilnehmer:innen in einer der sechs Wissenswerkstätten, welche Marketingmöglichkeiten eSport für Unternehmen bietet. Weitere Themen waren die Funktionsweise von Kommunikationskanälen wie Twitch und Discord sowie die Gleichstellung und Kompetenzentwicklung von Mitarbeitenden mithilfe von eSports.

Zukunftssicherer durch eSports
Zum Abschluss der Veranstaltung stellten Axel Dietze und Nils Pößel von der Hochschule Mittweida verschiedene Games vor, um ganz praktisch zu zeigen, wie ein eSports-Turnier aussehen kann. Dass ein eigenes eSports-Team der richtige Schritt auch für Sportvereine ist, erklärte Frank Gangloff, Vertriebsmitarbeiter des FSV Zwickau. Man sehe große Chancen eben auch in Zeiten Sporteevents anbieten zu können, wenn es wie beispielsweise durch Corona im klassischen Fußball nicht möglich ist. Man mache sich so krisensicherer und sorge frühzeitig für die Erschließung neuer, anderer Zielgruppen. Und davon profitieren schlussendlich auch die Sponsoren, wie Robert Eckhold, der für sein Unternehmen in Kombination mit seinen Social-Media-Aktivitäten unter anderem seine Erfolgsquote im Recruiting erheblich steigern konnte.

Der wichtige Blick über den Tellerrand
Gangloff fasste den Abend zusammen: “Viele haben aus der heutigen Veranstaltung neues Wissen mitgenommen und gleichzeitig neue Fragen, so dass eSports weiterhin ein Thema bleibt.” Und genau das wollte MIKOMI als Veranstalter erreichen. “Unsere Aufgabe ist es für Themen zu sensibilisieren und mit dem Wirtschaftsdialog eine Plattform zum Austausch zu schaffen”, so Institutsleiterin Undine Schmalfuß. Und so kann zusammenfassend festgehalten werden: Schön war’s – der nächste Wirtschaftsdialog folgt, versprochen!

Die Keynote zur Veranstaltung

Das ist eSports

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