Wie Arbeit und Kindererziehung erfolgreich verbunden werden kann
Information | 23. März 2016

Claudia Gränitz-Kleiber ist seit einem Jahr im Team von MIKOMI. Die frischgebackene Mutter steht nach kurzer Pause bereits wieder mitten im Berufsleben – und zwar bewusst. Für das Institut ist das ein absoluter Glücksfall, denn Gränitz-Kleiber hat als Kundenbetreuerin und Personalexpertin eine Schlüsselrolle inne, für die sich so leicht kein Ersatz findet. Und Familie und Beruf verbinden, das ist der 38-jährigen wichtig. Dafür braucht es Organisation, einen flexiblen Arbeitgeber und den Willen Arbeit und Familie zu leben.

Claudia Gränitz-Kleiber sitzt gut gelaunt am Schreibtisch. Sie führt Kundengespräche, organisiert Seminarveranstaltungen und einen Messetermin. Sie hat nach der Geburt ihres Sohnes und einer Auszeit von vier Monaten eine Zwei-Tage-Woche, qualitative Zeit, die ihrem Arbeitgeber zu Gute kommt. Gerade für kleinere Unternehmen sind Lücken beim Fachkräftepersonal eine große Herausforderung. Vor allem auch, weil Frauen beruflich immer stärker eingebunden sind und beim berechtigten Kinderwunsch oft längere Zeit ausfallen. Die Frauen selbst versuchen das Gleichgewicht zwischen Beruf und Familie zu halten. Das ist ebenfalls oft eine große Herausforderung.

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Posted by MIKOMI - Hochschule Mittweida on Mittwoch, 23. März 2016

Unternehmen verschenken Potenzial

Unternehmen müssen sich also zwangsläufig dieser Problematik stellen, das zeigen auch die Zukunftsaussichten: „Zur Sicherung des Fachkräfteangebots sieht die Prognose große Potenziale bei Frauen […].“ Lücken seien bis zum Jahr 2030 insbesondere bei den Gesundheitsberufen, Managern und leitenden Angestellten, Ingenieuren und Naturwissenschaftlern zu erwarten. Nach zwei unterschiedlichen Rechenmodellen der Arbeitsmarktstudie wird die Zahl der erwerbstätigen Menschen bis 2030 um ein bis zwei Millionen zurückgehen. "Noch immer verschenken viele Unternehmen großes Potenzial, wenn sie auf die qualifizierten Frauen verzichten", so Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). "Nach wie vor verlässt sich die Wirtschaft darauf, dass der Mann Vollzeit rund um die Uhr verfügbar ist, weil die Frau im Zweifel ja für die Kinder sorgt." Allzu häufig gehe die Arbeitswelt noch von einem völlig überholten Familienmodell aus. "In Wahrheit wollen die meisten jungen Frauen Kind und Job." [1]

Beruf und Kindererziehung vereinen

Gränitz-Kleiber wünscht sich, wie viele Mütter und Väter, für ihr Kind da zu sein, will aber auch gleichzeitig Verantwortung im Beruf übernehmen: „Ich bin mir bewusst, dass das keine leichte Aufgabe sein wird, besonders in den ersten Jahren, beides unter einen Hut zu bringen. Aber das ElterngeldPlus macht es mir und meinem Mann leichter, Elternzeit und Teilzeitarbeit miteinander zu kombinieren.“

ElterngeldPlus heißt, dass Eltern, die nach der Geburt des Kindes in Teilzeit arbeiten, die Bezugszeit des Elterngeldes verlängern können: Aus einem Elterngeldmonat werden zwei ElterngeldPlus-Monate. Entscheiden Mütter und Väter sich, zeitgleich mit ihrem Partner in Teilzeit arbeiten zu gehen – für vier Monate lang parallel und zwischen 25 bis 30 Wochenstunden – erhalten sie mit dem Partnerschaftsbonus vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate. [2]

Auch die Väter sind gefragt

„Das geht natürlich nur, wenn der Vater des Kindes bereit ist, auch in seinem Job kürzer zu treten und auch dessen Arbeitgeber eine Teilzeitlösung ermöglicht“, merkt Claudia Gränitz-Kleiber an. Und wie das funktionieren kann, zeigt MIKOMI und die Hochschule Mittweida. Teilzeit im Job, so kann Claudia Gränitz-Kleiber weiterhin den Kontakt zu den Unternehmen der Region halten und diese beispielweise in Personalfragen unterstützen oder aktuelle Bildungsbedarfe ermitteln. Und sie sieht noch weitere Vorteile. Für beide Elternteile bedeute diese Lösung auch die Sicherung einer langen Betreuungszeit für das Kind sowie das Festhalten am Job. „Ich und mein Mann, wir bleiben einfach mitten drin im Berufsleben und den Arbeitgebern erhalten. Denn ob nach einer langen Pause die Beschäftigung in der alten Form wieder aufgenommen werden kann, da bin ich mir nicht sicher.“

Mitarbeiter binden

Befürworten Arbeitgeber Teilzeitlösungen im Sinne des ElterngeldPlus, sichern sie sich Ihre Mitarbeiter und binden diese langfristig. Bei der jungen Familie arbeiten beide Elternteile jetzt abwechselnd tageweise. Nach insgesamt 17 Monaten gehen sie dann wieder in Vollzeit über. So lässt sich Familie und Beruf realisieren. Gut geplant und organisiert kann also auch Familienfreundlichkeit gelebt werden, mit positiven Effekten für alle Seiten.

Quellen:
[1] de.nachrichten.yahoo.com
[2] elterngeld-plus.de