Ein Roboter denkt nicht für dich!

Digitalisierte Produktion, Mensch-Roboter-Interaktion, Zukunft der Arbeit. Die November-Tourstation des MIKOMI-Roadtrips stoppte bei der Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG in Meerane. Die rund 80 Gäste erhielten in zwei Impulsvorträgen, sechs Wissenswerkstätten und bei Werksführungen praktische Einblicke in die Arbeitswelt 4.0.

Digitalisierung verändert die Arbeitswelt. Aber was machen wir daraus, was heißt das für unsere Kreativität, für unser Denken, für unsere Berufe? Prof. Dr. Michael Uhlmann sagt: "Wir werden durch Digitalisierung große Veränderungen in der Beschäftigungsstruktur sehen. Das betrifft zeitliche und inhaltliche Flexibilität, aber auch das soziale Arbeitsgefüge und die Kommunikation sind betroffen."

Ein Jobkiller sei Digitalisierung aber nicht, zumindest nicht in der Gesamtheit gesehen. Denn eine menschenleere Fabrik sieht Uhlmann auch in Zukunft nicht. "Allerdings sorgt Digitalisierung zunehmend für den Wegfall von Routinetätigkeiten und damit auch dafür, dass sich Mitarbeiter neu orientieren und weiterbilden müssen. Berufsbilder sind im Umbruch, denn der Mensch in der Fabrik wird zunehmend Entscheider, Koordinator, Erfahrungsträger." Digitalisierung nimmt also Einfluss auf unser Handeln und Agieren, auf das, was wir sind und wie wir sind. 

Digitale Anwendungen durchdringen bereits heute unseren Alltag, gewollt oder ungewollt. "Google weiß beispielsweise, wann in welchem Geschäft wie viel los ist, der Digitale-Kommunikations-Assistent 'Alexa' nimmt meinen Einkaufszettel für den leeren Kühlschrank auf und sorgt selbstständig für den Bestellvorgang und wenn ich will, kann ich herausfinden in welchem Lieferstatus sich mein automatisierter oder selbst bestellter Paketinhalt gerade befindet.

Das ist wohl die Vorstufe zur digitalen Fabrik und vernetzter Fertigung mit RFID-Tracking, intelligenten Materialträgern, Echtzeitlokalisierung und Kamerainspektion. Prof. Dr. Dirk Reichelt sieht es positiv: "Digitalisierung hilft, Arbeitsplätze einfacher zu machen und bei schweren Tätigkeiten zu entlasten." Sicher ist eines, die Digitalisierung wird verstärkt kommen müssen und Prof. Reichelt ergänzt: "Wir sollten uns den Mut bewahren, selbst zu denken und uns nicht auf Maschinen zu verlassen." Es ist also eine Frage der Gestaltung und die haben wir schließlich selbst in der Hand.

Einen Einblick in das Themenportfolio des Wirtschaftsdialoges Digitalisierung und Gesunde Arbeit zeigen die Bilderstrecke und die Videos aus der MIKOMI Beitragsreihe 'Drei Fragen an...'.

Text: MIKOMI
Fotos: MIKOMI

Eindrücke zur Veranstaltung im Video

Arbeits- und Führungsstil
Interviews

Totale Digitalisierung
Interviews

Zukunftsvisionen
Interviews