Den geeigneten Nachfolger finden
Ein Ausblick des IHK Nachfolgetag zur Unternehmensnachfolge

Stehen Sie kurz vor der Frage nach der Unternehmensnachfolge? Die Unternehmensnachfolge ist für viele Unternehmer kein einfacher Prozess. Bei der Unternehmensnachfolge bedarf es der Findung eines geeigneten Nachfolgers für das Unternehmen. Meistens sind die eigenen Kinder, für viele Unternehmer, die geeignetsten und bevorzugtesten Kandidaten. Erfahrungen zeigen, dass für den Prozess der Unternehmensübergabe mindestens fünf Jahre Zeit eingeplant werden sollten – Zeit, die erforderlich ist, um sich umfassend zu informieren und um Konzepte für die Unternehmensnachfolge zu entwickeln, Alternativen zu überdenken, Entscheidungen vorzubereiten oder gegebenenfalls auch zu revidieren und rechtssicher umzusetzen. Die IHK Chemnitz, hat in den Kunstsammlungen sein Vortrag zur Unternehmensnachfolge abgehalten und veranschaulichte seinen Zuhörern was man bei der Unternehmensnachfolge beachten sollte und welche Strategien bzw. Handlungsdispositionen es hierfür gibt.

Wie kann man die Unternehmensnachfolge durchführen? Ein Ausblick auf die Unternehmensübergabestrategien:
Bevor die Unternehmensnachfolge durchgeführt werden kann muss man sich überlegen auf welchem Wege man sein Unternehmen an den Nachfolger übergibt.

Drei Optionen stehen zur Verfügung

1. Clever das Unternehmen an den Nachwuchs übergeben: Die Schenkung und das Vererben.
Den Betrieb aus der Hand zu geben, ist für viele Unternehmer kein leichter Prozess. Auch wenn es oftmals konfliktär ist, bevorzugen die meisten Unternehmer, dass ihre eigenen Kinder das Lebenswerk des Vaters oder Mutter weiterführen. Damit Sie die steuerlichen Abgaben möglichst gering halten ist das Schenkungsmodell eine ideale Lösung. Ausgangspunkt bei diesem Modell sind die steuerlichen Freibeträge. Diese gelten sowohl bei der Erbschaft als auch bei der Schenkung. Unternehmer sollten frühzeitig mit den Vorbereitungen der Unternehmensübergabe beginnen, im Rahmen der sogenannten vorweggenommenen Erbfolge, ihr Vermögen auf die nachfolgende Familiengeneration zu übertragen. Somit können Sie den Fiskus leer ausgehen lassen. Hat man beispielsweise 3 Kinder, kann man, pro Kind einen Freibetrag von 400.000€ übertragen und dies alle 10 Jahre! Lukrative Vorteile gibt es auch wenn die Unternehmer Eltern ein Unternehmen im Ganzen direkt auf einen Erben übertragen.

Bei der Situation der Unternehmerfamilie gibt es bei der familiären Unternehmensnachfolge Rabatte von bis zu 100 Prozent. Dennoch ist so eine Steuerfreiheit nicht zum Nulltarif erhältlich. Die Nachfolge ist hierbei an das Wohlverhalten des Nachfolgers gebunden. Der hat wiederrum die Qual der Wahl und muss sich im Vorfeld überlegen zwischen den Alternativen 85 Prozent und 100 Prozent. Im Kontext bezogen bedeutet das, das die Erbschaftsteuer um 85 Prozent reduziert wird, wenn der familiäre Nachfolger die Firma mit dem Personalstand unverändert für fünf Jahre fortführt. Zudem darf das sogenannte Verwaltungsvermögen wie Immobilien, Fuhrpark, Aktienanteile und Wertpapiere, höchstens 50 Prozent des Unternehmenswert ausmachen.

Diese eher strengen Voraussetzungen entfallen jedoch für Unternehmen die nicht mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigen. Die volle Steuerfreiheit, sprich die 100 Prozent gibt es wenn der Nachfolger die Firma mit dem selben Personalbestand und einem Verwaltungsvermögen von höchstens 10 Prozent für sieben Jahre weiterführt. Der Nachfolge muss sich verbindlich zwischen den fünf und sieben Jahresmodell entscheiden. Späterer Wechsel ist unmöglich, was das Risiko bei dieser Strategie darstellt. Der Nachfolger sollte sich also sicher sein das er den wirtschaftlichen Fortbestand der Firma garantieren kann.

2. Für die die Zügel noch nicht aus der Hand geben können: Das Nießbrauchmodell:
Wenn die Unternehmereltern alle Steuervergünstigungen haben wollen aber dennoch das Sagen über ihr verschenktes Eigentum beibehalten möchten, kann man bei der Übertragung (Schenkung / Erbe) einen Vorbehalt vertraglich mit der Übergabe verknüpfen. Dies wir auch den Vorbehalt des Nießbrauchs genannt. Bei diesem Modell wird der familiäre Nachfolger formal Eigentümer, bestimmen tun aber weiterhin die Senioren. Sie erhalten weiterhin den ganzen oder nur einen Teil des Unternehmensgewinnes, je nach vertraglich geregelter Gestaltung. Ausgangspunkt bei diesem Modell ist die Wertermittlung des durchschnittlichen Gewinns der letzten 3 Geschäftsjahre abzüglich des Wertes des Nießbrauchs. Dieser Faktor wird errechnet aus 1/18,6 laut Bewertungsgesetzt und dem jährlichen aktualisierten Kapitalisierungsfaktor, dem Vervielfältiger, der sich aus der amtlich festgelegten Sterbetafel ergibt.

3. Sie haben keinen familiären Nachfolger? Dann kassieren Sie via: der Verkauf
Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Möglichkeiten seine Unternehmensnachfolge profitabel zu realisieren. Kostenlose Möglichkeiten wie z.B Onlinebörsen für Unternehmensnachfolge bieten dem Nachfolger-Suchenden eine Plattform, um den geeigneten Käufer für sein Unternehmen zu finden.

Hierfür bieten sich folgende kostenlose Optionen an:

Wem die kostenlosen Optionen nicht ausreichen kann auch bezahlte Möglichkeiten für die Unternehmensnachfolge in Anspruch nehmen. 

Fahrplan

Die Stolpersteine und Fehler die bei der Unternehmensnachfolge gemacht werden können auch Umgangen werden, indem man als Unternehmer aktiv wird. Durch prophylaktisches Handeln und dem Denken im Sinne des Unternehmens und dessen Fortführung lassen sich Rahmenbedingungen schaffen die eine reibungslose Nachfolge gewährleisten. Hierfür hat das EMF-Institut der HWR Berlin folgenden Fahrplan zur Unternehmensnachfolge erstellt

EMF-Institut der HWR Berlin: Der Nachfolgefahrplan

Weitere Informationen oder Hilfestellung zur Beratung finden Sie auf IHK Chemnitz: Unternehmensnachfolge oder wenden Sie sich direkt an die zuständige Referatsleiterin für Existenzgründungs- und -Sicherungsberatung für Unternehmensnachfolge Franca Heß

Region Chemnitz IHK, Tel.:+49 371 6900-1310 oder via E-Mail: franca.hess@chemnitz.ihk.de

Gefördert vom Sächsischen Staatministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.
Ein Projekt im Rahmen der Fachkräfteallianz Mittelsachsen.