Zeitmanagement für Fachkräfte
Seminar | 07. Juni 2014

Im MIKOMI Seminar „“Zeitmanagement für Fachkräfte“ lehrte die Mentaltrainerin Katja Schütz den richtigen Umgang mit dem knappen Gut der Zeit

“Es ist nicht zu wenig Zeit die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.” Was Seneca schon vor über 2000 Jahren wusste, gewinnt heute umso mehr an Aktualität. Coach und Mentaltrainerin Katja Schütz stellte die Subjektivität der Zeit zu Beginn in den Vordergrund des MIKOMI Seminars “Zeitmanagement für Fachkräfte ”. Die Diplom-Betriebswirtin leitete die Veranstaltung in Vertretung für die kurzfristig erkrankte Ute Haß.

 “Zeit ist ein Rad, das sich ständig dreht, nur nicht gleich schnell für jeden”

Sie gab zu bedenken, dass Zeitmanagement nicht bedeute “noch mehr in den Zeitplan zu packen und ihn noch weiter zu strukturieren”. Die Lösung liege viel eher darin, das eigene Zeitkapital zu verstehen und für sich zu nutzen. ”Zeit die einmal verronnen ist, kommt nicht wieder”, ermahnt Katja Schütz. Der Preis unserer heutigen Freiheit sei der Zwang der Auswahl. Deshalb werde schon allein für banale Entscheidungen im Alltag mehr Zeit benötigt. Regelrechte „Zeitfresser“ seien Fernsehen, aber auch das Surfen im Internet.

In dem praktischen Teil des Seminars reflektierten und analysierten die Teilnehmer ihren persönlichen Umgang und ihr Verständnis von Zeit. In der Gruppe schätzte man dann die eigenen Fähigkeiten im Umgang mit vorhandenem Zeitkapital und Zeitknappheit ein und bekam individuelle Lösungsansätze geboten. Teilnehmer Axel Porstmann lobte die „vielen Kanäle, die hier zusammenlaufen“ und möchte die Anstöße nutzen, „um die richtigen Prioritäten zu setzen und auch einmal Nein zu sagen.“

Effektivität vor Effizienz

Klassisches Zeitmanagement bestehe laut Katja Schütz  eher aus Komponenten wie einer konkreten Zielsetzung und Planung. Ergänzend wurde betont, eine durchdachte Zielsetzung sei mehr wert, als eine effiziente Umsetzung. Falsch vergebene Aufgaben in einem Unternehmen können auch durch eine schnelle Umsetzung nicht verbessert werden.

Die Teilnehmer formulierten in einem weiteren Praxisteil ihre eigenen, konkreten Ziele. Denn steht das Ziel erst einmal fest, ist eine ausführliche Planung der nächste Schritt: Zeitplanung erzeugt immer einen Zeitgewinn. Teilnehmerin Kirsten Friedel schätzt die praxisnahe Ergänzung ihrer Kenntnisse und freut sich vor allem über den regen Austausch mit dem „bunten Klientel aus verschiedenen Branchen“. Die Gruppe vernetzt sich und gibt persönliche Erfahrungen weiter. Schütz macht ihnen deutlich, dass besonders eingeplante Puffer wichtig sind, um Unerwartetes auffangen zu können. So können auch auftretende psychische Blockaden wie Versagensängste oder der Angst vor Verantwortung gelöst werden.

Die Mentaltrainerin mahnt vor der bekannten “Aufschieberitis” und plädiert stattdessen für das “Direkt-Prinzip”. Was erledigt werden kann, sofort erledigen; was weg kann, sollte auch sofort in die Ablage wandern. Dabei müsse gelten: Achtsamkeit statt Multitasking. Parallel ablaufende Vorgänge schränken die bewusste Wahrnehmung der Arbeit und die Lebensqualität ein. Wer sich nur auf eine Sache konzentriert, schafft mehr und lebt glücklicher.