Mittelsächsin mit Herz
Wer wir sind. In Mittelsachsen. – Beitrag zur Fachkräftekampagne

Vom Unfall zur Leidenschaft
Für eine Sekunde war die entgegenkommende Autofahrerin nicht aufmerksam. Eine Sekunde, die Sarah-Lysann Geys Leben veränderte. Dann ein Knall, der von zwei ineinander gefahrenen Autos kam. Bei dem Autounfall verschob sich ein Halswirbel bei der 22-Jährigen und sie wurde somit zur Patientin bei einer Physiotherapeutin. Durch ihre wöchentliche Therapie lernte Sarah den Beruf der Physiotherapie immer näher kennen. Schnell stand für sie fest, dass auch sie einen Beruf ausüben möchte bei dem sie Menschen helfen und heilen kann.

Mittelsächsin mit Herz
Geboren in Oschatz, Ausbildung in Döbeln, den aktuellen Wohnort mit ihren Eltern seit über 22 Jahren in Stauchitz und die baldige gemeinsame Wohnung mit ihrem Freund in Riesa. Sarah ist durch und durch Mittelsächsin und steht zu ihrer Heimat. Als Familienmensch gefallen ihr besonders die Nähe zu ihrer gesamten Familie und auch die kulturellen Möglichkeiten die es in Mittelsachsen gibt. Aber daneben besticht Mittelsachsen auch durch eine unglaubliche Natur mit schönen Fahrradstrecken, da sie gerne Rad fährt um in ihrer Freizeit abschalten zu können. Sich selbst beschreibt Sarah als offen, vertrauensvoll und Dauergrinserin. Genauso wirkt sie auch und kann mit ihrem Weg definitiv andere motivieren, mit schweren Schicksalsschlägen umzugehen.

Rückschläge
Während der Mittelschule wurde Sarah immer unzufriedener mit sich selbst und ihren schulischen Leistungen. Vor allem durch den Umgang der anderen Schüler mit ihr, die sie immer mehr ausgrenzten, wollte sie die Schule nicht mehr besuchen. Dennoch kämpfte sich Sarah durch die schwere Zeit, schaffte schließlich ihren Abschluss und ging danach auf die Fachoberschule in Großenheim, um ihr Fachabitur zu absolvieren. Kurz vor ihren abschließenden Abiturprüfungen verstarb ein enges Familienmitglied. Während viele andere Personen dies als Rückschlag gesehen hätten, bemühte sich Sarah umso mehr für ihren Abschluss. Zudem stärkte dies auch ihren Entschluss anderen Menschen zu helfen.

Der richtige Weg
Für Sarah stand schnell fest, dass sie die Patienten auch langfristig auf ihrem Weg begleiten und vorbeugend helfen möchte. So führte sie lange Gespräche mit ihrer Physiotherapeutin bei denen sie vieles über die unterschiedlichen Beschwerden der hauptsächlich jungen Patienten erfuhr. So entschied sie sich für einen Ausbildungsplatz zur Physiotherapeutin und schickte eine Bewerbung an die Heimerer Akademie GmbH. Während sie um eine Zusage durch die begrenzte Platzvergabe bangte, gab ihr das Singen immer mehr Kraft. Ob alleine oder im Chor, schon seit ihrem 3. Lebensjahr geht sie dieser Leidenschaft nach. In der Gemeindekirche Sieben-Tags-Adventisten betreut sie zudem einige Kinder während der Gottesdienste, um mit ihnen gemeinsam zu singen. Dies und vor allem die Zusage der Heimerer Akademie, zeigten Sarah, dass sie endlich auf dem richtigen Weg angekommen ist.

Menschen ganzheitlich sehen
Sarah begann im Spätsommer 2014 ihre schulische Ausbildung zur Physiotherapeutin in Döbeln, die sie mittlerweile erfolgreich abgeschlossen hat. Während der dreijährigen Ausbildung musste sie viele verschieden Bereiche in unterschiedlichen Betrieben in Form von Praktika durchlaufen. Viele davon, wie die Gynäkologie, Neurologie oder auch die Psychiatrie, haben auf den ersten Blick mit der Arbeit als Physiotherapeutin nicht viel zu tun. „Insgesamt zeigen diese Bereiche jedoch die Herausforderung den Menschen ganzheitlich zu sehen. Das war für mich besonders spannend“, gibt die Auszubildende zu und sagt auch, dass ihr dies in der Ausbildung am meisten Spaß gemacht hat, obwohl es viele vor eine Herausforderung stellt.

Endlich angekommen
Die Ausbildung begann Sarah-Lysann mit insgesamt 14 weiteren Azubis, bei denen kurz vor den Abschlussprüfungen neben Sarah nur noch zwei weitere Mitschüler übrig geblieben sind. Denn zum einen ist die Ausbildung sehr teuer und für viele über drei Jahre nicht tragbar und zum anderen sind die Prüfungen eine große Hürde, die einigen den Ausbildungsplatz kostete. Der Beruf ist zwar stark unterbezahlt und im Gegensatz dazu die möglichen Weiterbildungen sehr teuer sind, aber dennoch wirkt Sarah angekommen. „Man hat immer im Hinterkopf, was hätte noch sein können, aber generell ist das schon wirklich mein Traumjob“ gibt Sarah mit einem Strahlen zu und das sieht man ihr auch an. Denn endlich kann sie Krankheiten erkennen und dort helfen, wo ihre Hilfe gebraucht wird.

Text: Elisa Paul
Foto: Sarah-Lysann Gey

 

 

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Ein Projekt im Rahmen der Fachkräfteallianz Mittelsachsen.

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